Polizei stellte 105 Kilo Kokain sicher:
Suchtgift war in mehreren Koffern verstaut

Kärnten: Kokain in Millionenwert in Auto entdeckt Drittgrößte Menge "Schnee" in Österreich gefunden

Polizei stellte 105 Kilo Kokain sicher:
Suchtgift war in mehreren Koffern verstaut © Bild: APA/DPA/Pleul

Die Salzburger Polizei hat in der Nähe von Villach 105 Kilo Kokain sichergestellt. Das Rauschgift mit einem Straßenverkaufswert von rund 80 Millionen Euro hätte in Slowenien zwischengelagert werden sollen und wäre vermutlich für den italienischen Markt bestimmt gewesen, sagte Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt Salzburg bei einem Pressegespräch in Salzburg. Es war die drittgrößte Menge "Schnee", die je in Österreich beschlagnahmt wurde.

Die kroatische Polizei ist seit längerem einer Bande auf der Spur, die große Mengen Kokain in Learjets von der Karibik nach Europa transportiert. Die Mozartstadt kam dabei erstmals ins Spiel, als vor rund einem Monat vier Kroaten einen Mitarbeiter am Salzburger und später auch am Stuttgarter Flughafen aufsuchten, wo sie sich offenbar erkundigten, wie man möglichst unkontrolliert einreisen könne.

Passagiere entstiegen unkontrolliert
Als für vorigen Dienstag ein Flug von den Bahamas über Nizza am Airport W.A.Mozart angemeldet wurde, teilte der Flughafenmitarbeiter - er ist im Sicherheitsbereich beschäftigt - seinem früheren Besuch aus Kroatien mit, dass sich die Polizei damals über die Gäste erkundigt habe und er deshalb von einer Landung in Salzburg abrate. Kurzfristig wurde der Jet daher nach Stuttgart umdirigiert. Dort entstiegen am Vormittag fünf Personen unkontrolliert der Maschine und fuhren mit zwei Limousinen und ihrem Gepäck in ein Hotel.

Wenig später machten sie sich in zwei anderen Autos auf den Weg nach Salzburg, wurden zu diesem Zeitpunkt aber bereits von der Polizei observiert. Am Walserberg übernahm die österreichische Polizei die Überwachung und Verfolgung. Wider Erwarten hielten die beiden Fahrzeuge aber nicht in Salzburg an. Kurz vor Slowenien wurden die österreichischen Behörden schließlich von ihren kroatischen Kollegen ersucht, noch vor der Grenze einzugreifen.

Zwei Insassen festegenommen
Als dann das sogenannte Aviso-Auto, das rund zehn Kilometer vor dem anderen fuhr und in dem sich keine Drogen befanden, wegen einer Polizei-Streife Alarm schlug, fuhr der hintere Wagen bei St. Niklas an der Drau (Bezirk Villach-Land) von der Autobahn ab. Da schlug die Polizei zu, stellte das in vier Koffern aufgeteilte Kokain sicher und nahm die zwei Insassen fest. Der 35-jährige Mann und die 34-jährige Frau, beide mit kroatisch-kanadischer Doppel-Staatsbürgerschaft, waren nicht bewaffnet und leisteten keinerlei Widerstand. Das zweite Fahrzeug wurde in Slowenien gestoppt, die drei Kroaten im Wagen wurden ebenfalls festgenommen, zwei weitere Komplizen verhaftete die Polizei in Kroatien.


Das Kokain wurde laut Voggenberger noch nicht im Detail analysiert, dürfte aber eine Reinheit von 85 bis 90 Prozent haben, so dass es etwa auf das Achtfache gestreckt werden kann. Das ergäbe eine Verkaufsmenge von rund 800 Kilo, mit der man bei einem Straßenverkaufswert von etwa 100 Euro je Gramm in Summe rund 80 Millionen Euro einnehmen könnte. "Österreich hat nicht den Markt für so große Mengen, denn da braucht man schon Zwischendealer, die zwei, drei Kilo abnehmen", so der Kriminalist. Nach seinen Informationen hätte das Kokain in einem Bunker in Slowenien gelagert und später in Italien verkauft werden sollen. Für Albert Struber, den Leiter des Landeskriminalamtes, sei der Aufgriff ein Zeichen, dass die "Polizeieinheiten in Europa bestens vernetzt sind."

Prozesse in Kroatien
"Bekämpfung von organisierter Kriminalität auf lokaler Ebene kann nur scheitern", sagte Oliver Grbic, Chef der kroatischen Polizei, bei einem Pressegespräch in Zagreb nach dem Aufgriff von 105 Kilogramm Kokain. Daher sei es notwendig gewesen, nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene zusammenzuarbeiten. Das meiste Kokain von Übersee erreiche Kroatien über den Hafen von Rijeka. Mit dem Schmuggel auf dem Luftweg würden die Täter das Risiko von Kontrollen umgehen. Laut Dinko Cvitic, Direktor der kroatischen Korruptionsstaatsanwaltschaft USKOK, werden die Prozesse gegen die nun festgenommen Verdächtigen in Kroatien stattfinden.

(apa/red)

Kommentare

Sensationell!!! Jetzt wäre es gut wenn der Scheiß vor den Augen der Öffentlichkeit in den Inn gekippt wird.

Nicht dass so ein Arsch bei der Polizei das Zeug wieder unter die Leute bringt.

Seite 1 von 1