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"Pizzeria Anarchia": Hauseigentümer wehrt sich

Besitzer: "Wir haben Punks nie dazu aufgefordert, Mieter zu belästigen"

Wien: Aufräumarbeiten nach der Räumung der "Pizzeria Anarchia". © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

In der Causa "Pizzeria Anarchia" haben sich nun erstmals auch die Hausbesitzer der Mühlfeldgasse 12 zu Wort gemeldet: Gegenüber dem "Kurier" wiesen sie alle Vorwürfe zurück. "Wir haben die Punks nie dazu aufgefordert, die Mieter zu belästigen", so einer der Eigentümer. Man habe zudem nicht ahnen können, dass die Punks bleiben würden. Die Sache sei "außer Kontrolle" geraten.

Auch von Schikanen für Mieter in anderen Wohnhäusern in ihrem Eigentum, die auch im Wohnbauressort der Stadt bemerkt wurden, wollte der Besitzer nichts wissen. Probleme habe es immer nur mit einzelnen Parteien gegeben und diese seien inzwischen beigelegt, bekräftigte er.

Politische Diskussion ausgelöst

Die Räumung der "Pizzeria Anarchia" hat auch eine politische Diskussion um die Verhinderung von Wohnungsspekulation in Wien losgetreten, an der sich nun auch Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) beteiligt. Sie wünsche sich - abgesehen von klar definierten Ausnahmen - nur noch unbefristete Mietverhältnisse, sagte sie dem "Kurier".

Journalistengewerkschaft kritisiert Platzverbot

Die Journalistengewerkschaft hat unterdessen im Fall der Räumung das für Journalisten geltende Platzverbot rund scharf kritisiert. "Das war ein klarer Versuch, Berichterstattung über das Vorgehen der Polizei zu verhindern", sagte Franz Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp.

Das Argument einer etwaigen Gefährdung für Berichterstatter ließ Bauer nicht gelten. "Die Kolleginnen und Kollegen können das sehr gut selbst einschätzen", sagte der Vorsitzende. Immerhin würden Journalisten auch aus weit gefährlicheren Regionen der Welt - wie etwa aus Kriegsgebieten - berichten. "Gefahr ist kein Argument", unterstrich Bauer.

Video von der Räumung:

© Video: NEWS.AT

Kommentare

Na klar - die Hausbesitzer haben aus reiner Nächstenliebe die Punks in ihr bescheidenes Heim aufgenommen.Vielleicht könnten sie auch das Asylheim in Traiskirchen ein bisserl entlasten..........

seidenstraße

der interviewte herr ist weder doof noch naiv, er hält bloß die anderen dafür, was eine fehleinschätzung sein dürfte.
wenn einem haufen punx in einigen zimmern wohnrecht zugestanden wird, stellt anstiftung derselben zu pöbelattacken keine notwendigkeit dar, es reichen laute festln, drogendeals und verschmutzung öffentlich zugänglicher räume, um die restmieterinnen das fürchten zu lehren.

Wie naiv bzw. doof sind diese Hauseigentümer...

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