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Pflege daheim oder Pflegeheim?

Zahlreiche Österreicher fragen sich: Wo erhalten Angehörige die bessere Betreuung?

Pflege: Eine Angehörige besucht ihre pflegebedürftige Mutter. © Bild: Thinkstock

Fast eine halbe Million Österreicher brauchen täglich Hilfe. Für die Angehörigen ist die Betreuung eine Gratwanderung zwischen Liebe und Belastung - und eine Gewissensfrage: Wo sind Eltern, Partner oder Kind am besten aufgehoben?

Die Behutsamkeit, mit der Jasmina U. den Rollstuhl durch den Innenhof des Wohnhauses schiebt, verrät vieles: Zärtlichkeit vor allem, aber auch Übung, Jahre um Jahre, die von beiden mit Liebe und Geduld gemeistert wurden. Sanja, die Tochter, die weder gehen noch sprechen noch die Bewegungen ihrer Arme kontrollieren kann; und die Mutter, die jetzt die rosafarbene Decke fester um das Mädchen zieht und leise auf sie einspricht: Keine Verheerung des Schicksals konnte dieser Liebe etwas anhaben. Als gesundes Baby zur Welt gekommen, erlitt Sanja im Alter von sechs Monaten nach einer Impfung einen toxischen Schock und ist seither spastisch gelähmt. Jasmina U. gab den geliebten Beruf als Dentalhygienikerin auf, um die Tochter zu pflegen. "Ein Heim für Sanja zu suchen, ist für meinen Mann und mich nie in Frage gekommen“, sagt die 43-jährige. "Niemand kann sie so lieben und pflegen wie wir.“

Pflegeheim oder Pflege daheim? Vor dieser Entscheidung stehen immer Österreicher, wenn Familienmitglieder kein autonomes Leben mehr führen können. Leicht macht sich diese Entscheidung niemand, und viele Angehörige haben keine Wahl: Sie sind berufstätig und haben Familie, leben nicht am selben Ort wie die Pflegebedürftigen. Eine 24-Stunden-Betreuung, für die auch die Verwandten aufkommen müssen, können sie sich nicht leisten. Sie müssen ein Pflegeheim suchen, in der sie ihre Lieben rund um die Uhr versorgt wissen. Aber die meisten, fast 80 Prozent der derzeit etwa 454.000 Pflegegeldbezieher, werden zuhause von ihren Familien versorgt. In NEWS erzählen sechs dieser pflegenden Angehörigen von ihren Problemen im Alltag und ihren Beweggründen.

Sechs pflegende Angehörige erzählen im aktuellen NEWS (in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.) von ihren Problemen im Alltag und ihren Beweggründen.

Kommentare

je nach art der behinderung, wären viele wohl eher im heim besser aufgehoben

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