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Pesto im Test

Bambusfasern, Konservierungsmittel und Aromastoffe tun der Qualität Abbruch

Spaghetti mit Pesto Gevonese © Bild: Thinkstock/iStockphoto

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben bei einem Test von industriell gefertigtem Pesto festgestellt, dass die Hersteller mit wertvollen Inhaltsstoffen geizen. Dafür entdeckten sie diverse unnötige Aroma- und Konservierungsstoffe.

Fertig-Pestos - allen voran "Pesto Genovese" - erfreuen sich großer Beliebtheit. Gemäß traditionellem Grundrezept wird es im Mörser zubereitet und besteht aus Basilikum, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl, geriebenem Parmesan und/oder Pecorino. Außer grobem Salz wird kein Gewürz beigemengt.

Bambusfasern im Pesto

Die Rezeptur ist allerdings nicht geschützt. So fanden die Konsumentenschützer bei der Untersuchung von 15 Pesto-Genovese-Produkten aus der Industrie unter anderem billigeres Sonnenblumen- statt Olivenöl, preisgünstigere Nüsse statt Pinienkernen, wenig Basilikum, nur geringe Mengen oder gar keinen echten Parmesan oder Pecorino und statt dessen herkömmlichen Hartkäse. In neun Fällen übernahmen Kartoffelflocken die Bindefunktion des Käses. In einem Produkt steckten sogar Bambusfasern, die jedoch kein Lebensmittel sind und deshalb auch nicht als Zutat verwendet werden dürften.

Konservierungsmittel und Aromastoffe

Statt der hochwertigen geschmacksgebenden Inhaltsstoffe wurden Aromastoffe eingesetzt. Elf der 15 Pesto-Hersteller halfen der Haltbarkeit mit diversen Konservierungsmitteln nach. Bei einem "echten" Pesto im Glas wäre das nicht notwendig - Pasteurisieren würde ausreichen, um unerwünschte Keime zu beseitigen.

Das Test-Resümee der Konsumentenschützer: Wer Wert auf originales Pesto Genovese legt, muss dafür auch mehr bezahlen. Die beiden Testsieger sind mit Abstand die teuersten.

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