Naturschutz von

"Bienenfreundlicher" Mix laut
Global 2000 in Wahrheit schädlich

Kombination mit anderen Pestiziden macht das Insektizid hochgiftig

Biene © Bild: Thinkstock

Das vom EU-weiten Neonicotinoid-Verbot ausgenommene und als "bienenfreundlich" eingestufte Pestizid "Thiacloprid" hat sich in Kombination mit anderen Spritzmitteln als bienenschädlich erwiesen. "Die Giftigkeit steigerte sich laut einer 2004 in den USA erstellten Studie um das 154- bis 559-fache", sagte Global 2000-Umweltchemiker Helmut Burtscher bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Eine von Global 2000 durchgeführte Untersuchung an zwölf Bienenvölkern im Burgenland, der Steiermark sowie Ober- und Niederösterreich, hat laut Burtscher gezeigt, dass zwei Drittel der untersuchten Völker von diesem gefährlichen Pestizidmix betroffen sind. Thiacloprid beeinträchtigt ihm zufolge das Orientierungsvermögen und die Kommunikationsfähigkeit der Bienen. Weil die akute Bienengiftigkeit im isolierten Zustand (also nicht in Kombination mit anderen Pestiziden) relativ niedrig ist, wird das Insektizid von den Zulassungsbehörden aber als "bienenverträglich" eingestuft. "Dass acht von zwölf Völkern eine solch explosive Pestizidmischung aufweisen, ist daher äußerst besorgniserregend", betonte Burtscher. Die drei von der EU verbotenen Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin konnten hingegen in keinem der untersuchten Bienenstandorte mehr nachgewiesen werden.

Bienenparasiten und Viren

"Die Freude darüber, dass die drei verbotenen Neonicotinoide nach Jahren endlich aus meinen Bienenvölkern verschwunden sind, wird durch den nun festgestellten Pestizidcocktail deutlich getrübt", sagte der niederösterreichische Imker und Studienteilnehmer Roland Netter. Neben der Belastung der Bienenvölker durch Pestizide wurden in der Studie auch Viren und Bienenparasiten nachgewiesen. Im Schnitt war ein Volk von zwei bis drei Krankheitserregern befallen. Um diese abzuwehren sei laut Netter eine funktionierende Immunabwehr wichtig. "Stressfaktoren wie der Klimawandel, fehlende Blütenvielfalt und auch Pestizide schwächen aber die Fähigkeit der Bienen, mit der Herausforderung durch Parasiten und Viren zurecht zu kommen", erklärte er.

Auch die Varroa-Milbe, die häufig mit dem Rückgang der Bienenvölker in Verbindung gebracht wird, könne durch die Pestizideinflüsse weniger gut von den Bienen abgewehrt werden, erklärte der burgenländische Imker Konrad Schneider. Die Milbe allein könne ihm zufolge nicht für das akute Bienensterben verantwortlich gemacht werden. "Bei den Wildbienen gibt es gar keinen Varroa-Befall. Wer also ist an ihrem Aussterben Schuld?"

Bienenbestand minimiert sich jährlich

Jährlich minimiere sich der Bienenbestand des Imkers um 30 bis 80 Prozent. "Honigbienen kann ich nachzüchten. Wildbienen und andere Arten aber nicht", sagte er und beklagte, dass sich kaum eine Behörde für das Bienensterben zuständig fühle. Auch die Landwirte wüssten oftmals nicht über die Bedingungen, unter denen sie ihre Felder mit Pestiziden behandlen dürfen, Bescheid. Hier erhoffe er sich ein rasches Umdenken, denn "ohne Insekten kann die Blüte nicht leben und ohne Blüten kann der Mensch nicht leben."

Kommentare

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Monsanto & Co sei Dank. Erst gestern gab es wieder einen Bericht über Glyphosat im Fernsehen. Ich frage mich, wieso das Landwirtschaftsministerium nicht aktiver wird und wieso entsprechende Unkrautvernichter nicht verboten werden. Da steckt wohl wieder eine unnötige Lobby dahinter.

higgs70
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Aber nein,das sind doch alles Ideen von verqueren grünen Spinnern, die Wirtschaft muss wachsen, denn wenns der Wirtschachaft gut geht, gehts uns allen gut,nicht? Und wenn der Planet dann endgültig im Arsch ist nehm ma den nächsten, denn wir hams ja, wird sich wohl einer kaufen lassen.

Der Anthropologe würde sagen, der Mensch ist ein Trottel, Morin sprach vom Homo demens. Wir haben unsere Nische verlassen und damit begonnen alle anderen zu ruinieren. Global2000 und Greenpeace schreien, der Staat sieht zu,die Industrie lässt über willfährige Idioten ein paar Gegenstudien vom Stapel, der Dreck ist überall und Betriebswirte tanzen, weiter über die Gesundheit von Mensch und Tier trampelnd, um die Bilanz. Denn nichts ist so heilig wie der Mammon.

In der Realität ist es noch viel ärger.
Neulich war ich in einem Kleingarten auf Besuch. Viele Blumen blühten und dufteten herrlich. Nur, Insekten oder Bienen gab es nicht. Wer wird wohl diese Blüten bestäuben?

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