Paul Scharner von

So lief sein ÖFB-Abflug

Das NEWS-Interview erschütterte die Fußballnation. Hier gibt's die Hintergründe.

Paul Scharner - So lief sein ÖFB-Abflug © Bild: GEPA/Witters/Hangst

Paul Scharner attackiert im NEWS-Interview Koller und den ÖFB und fasst dafür eine lebenslange Sperre aus. Als Scharners Interview kurz vor dem Türkei-Länderspiel durchsickerte, erzählte ÖFB-Sportdirektor Ruttensteiner von der freiwilligen Abreise des damals noch Teamkickers.

Warum Scharner, der sich kurz zuvor noch gegenüber NEWS und NEWS.AT euphorisch über das ÖFB-Team und die WM-Quali äußerte, plötzlich einen beleidigten Schlussstrich unter das Kapitel Nationalteam zog?

Scharner beschleicht schon während der letzten Trainingseinheiten der Verdacht, es könnte nicht alles nach seinen Vorstellungen laufen. Als er dann von Teamchef Koller erfährt, nicht in der Startformation zu stehen, verdunkeln sich die Gemütswolken noch mehr.

Chronologie seiner letzten Nationalspieler-Stunden
Wirklich dramatisch wird es nach einem zweiten Gespräch zwischen Koller und Scharner: Bei dieser Gelegenheit skizziert der Teamchef die neue Rolle Scharners – als Motivator und Ergänzungsspieler, sozusagen als "Notnagel" in der Verteidigung für den Fall von Verletzungen anderer Spieler. Scharner: "Ich soll ein spielender Backup-Coach sein. Da mache ich nicht mit!"

Kurz nach 12 Uhr erhält Scharners "Karrierecoach" und Mentor Valentin Hobel eine SMS seines Schützlings: "Crash!" Hobel sitzt zu diesem Zeitpunkt mit einem Geschäftspartner im Café Landtmann, weiß aber durch die langjährige Zusammenarbeit sofort, dass der Hut lichterloh
brennt. Wenig später erreicht er Scharner am Telefon. Der ist außer sich über das letzte Gespräch mit dem Teamchef: "Wenn man mit mir umspringt wie mit einem jungen Trottel, bin ich tief beleidigt."

Paul Scharner bittet Hobel, mit NEWS-Redakteurin Nina Strasser umgehend Kontakt aufzunehmen. Denn sein Interview vom Sonntag sei nach dem "Crash" mit Teamchef Koller Schnee von gestern. Und er wolle "auspacken" – noch vor dem Länderspiel.

Hilferuf aus dem Teamhotel.
Gegen 21 Uhr kommt es an diesem Dienstag dann zu einem Treffen zwischen Scharner, Hobel und NEWS in einem Hotel in der Nähe des
Teamquartiers. Der Kicker kommt direkt vom Abendessen mit der Mannschaft, erklärt, dass er noch in dieser Nacht einen Brief an Koller formulieren werde. Den Inhalt werde er aber auch via NEWS an die
Öffentlichkeit bringen.

Von einem freiwilligen Abschied aus der Nationalmannschaft ist dabei keine Rede, ganz im Gegenteil: Er wolle das Team mit klaren Worten nur aufrütteln, bevor es einmal mehr zu spät ist. Paul Scharner hat sich auf das NEWS-Interview ganz genau vorbereitet. Der "Schnitzel"-Sager sei ihm zum Beispiel bereits während der Rückfahrt vom Training im Bus eingefallen.

Karrierecoach Hobel ahnt zu diesem Zeitpunkt bereits, was es geschlagen hat. Er fragt Scharner, ob er sich das Ganze nicht noch einmal überlegen wolle, vielleicht eine Nacht darüber schlafen sollte. Aber die Entscheidung des 32-jährigen Niederösterreichers steht fest: "Ich brauche nicht darüber schlafen, das Blatt hat sich gewendet. Ich will der Öffentlichkeit meine Sicht der Dinge darlegen, dass es nämlich unter Koller schon wieder in die falsche Richtung geht."

Gegen 23 Uhr kehrt Scharner ins Teamhotel zurück und übermittelt seinen mehrseitigen Brief an Marcel Koller. In der Nacht geht NEWS mit der Exklusiv-Story "Skandal im Nationalteam" in Druck.

Nach dem Frühstück am Matchtag sucht Marcel Koller noch einmal das Gespräch mit Scharner, will mit ihm über die Vorwürfe im Brief reden – und fordert ihn ultimativ auf, das NEWS-Interview zurückzuziehen. Zu spät. Daraufhin wird Scharner aus dem Teamhotel geworfen. Er wechselt die Straßenseite, klopft bei seinem engsten Vertrauten Valentin Hobel an die Zimmertür. Die Stimmung ist gedrückt. Hobel ahnt, was in den nächsten Stunden und Tagen auf sie zukommt.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS 34/12!

Kommentare

Österreich ist keine Fußballnation! "Das NEWS-Interview erschütterte die Fußballnation". Eigenartig: Österreich ist doch keine Fußballnation! Wir haben Dilettanten-Fußballer, die international die Jause für die anderen nachtragen können.
Es ist nett, dass viele junge Leute aus Freude an der Bewegung diesen Sport ausüben. Aber mangels Kampfgeist bringen es unsere so genannten Auwahlspieler in der Nationalmannschaft zu nichts. Was man nicht kann soll man lassen; ständige Blamagen sind unlustig. Vielleicht sollten sie es einmal mit Eistockschießen oder Hufeisenwerfen versuchen.

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Ja ja Es ist mir immer wieder ein Rätsel, dass sich manch Fußballer in den Mittelpunkt schiebt obwohl...er keinen Verein hatte, keine Vorbereitung in einem Verein hatte...bei Vorgängerklub nicht immer erste Wahl war...das finde ich sehr Respektlos gegenüber den Mitspielern. Die Extrawürstel einiger Nationalspieler eine Farce. Ich bin selbst Trainer einer Jugendmanschaft. Die Herrn Scharner, Arnautovic und die die immer aus der Reihe tanzen, sollen sich mal gedanken machen, dass sie eine Vorbildwirkung für Kinder und Jugendliche haben...???...Wobei ich mir nicht sicher bin ob das bischen Hirn ausreicht um dies zu verstehn.
mfg Franky

simm1111
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Re: Ja ja Ja da kann ich nur zustimmen, er ist sicher ein guter Spieler aber wenn er bei einem Freundschaftsspiel nicht aufgestellt wird gleich so auszurasten, das ist nicht gut!!
Aber die Nationalelf braucht ihn nicht siehe Türkeimatch, ausserdem gibt es auch andere genau so gut spielende!!

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Re: Ja ja dem gehöhrt die österreichische spielerlizenz entzogen !der dürfte nicht mal mehr balljunge in einem österreichischen stadion sein !

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