ORF sichert sich Rechte für Bundesliga: Fußball-Paket kostet Sender 8,5 Mio. Euro

Sonntagsspiel und Zusammenfassungen auf ORF 1 Über Rechte für Pay-TV wird derzeit noch verhandelt

ORF sichert sich Rechte für Bundesliga: Fußball-Paket kostet Sender 8,5 Mio. Euro

Der ORF bleibt am Ball: Die österreichische Fußball-Bundesliga wird auch in den nächsten drei Jahren auf ORF 1 zu sehen sein. Kolportierte 8,5 Millionen Euro soll der Sender für das ausverhandelte Rechtepaket auf den Tisch blättern. Darin enthalten sind, wie bisher, ein Live-Spiel der T-Mobile Bundesliga am Sonntag und die anschließende Zusammenfassung der Highlights aller Partien der höchsten Spielklasse. Am Samstag gibt es eine Zusammenfassung der Spiele der Red Zac Ersten Liga.

Bundesliga und ORF begrüßten den Deal. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hält seinen Sender für den "idealen Free-TV-Partner für den heimischen Fußball". "Ich bin froh, dass in den drei kommenden Jahren, insbesondere im Jahr vor der EURO 2008, allen Fans in Österreich Fußball wieder in umfassender Form und in gewohnter ORF-Qualität geboten werden kann", sagte Wrabetz in einer Aussendung.

Der frühere Sportchef und jetzige Informationsdirektor Elmar Oberhauser freute sich, dass "all jene, die uns vor drei Jahren - als wir im Sinne der dem ORF anvertrauten Gebührengelder die Preistreiberei um die Bundesliga-Rechte nicht mitgemacht haben - vorwarfen, den Bundesliga-Fußball endgültig verloren zu haben, eindeutig widerlegt" würden. Davon, dass der ORF bekommen hat, was er wollte, nämlich das "Top-Live-Spiel", würden letztendlich alle profitieren, ist Oberhauser überzeugt. "Die Bundesliga, der ORF, aber vor allem die Zuschauerinnen und Zuschauer."

Die Bundesliga begrüßte ihrerseits den ORF als "verlässlichen Partner". Die Lösung sei für beide Seiten zufrieden stellend, betonte Bundesliga-Präsident Martin Pucher. "Wir freuen uns, dass wir diese für die Klubs so wichtige Entscheidung schon frühzeitig treffen konnten", sagte Pucher. Die Einigung muss allerdings noch von der Bundesliga-Hauptversammlung abgesegnet werden.

Verhandlungen über Pay-TV-Rechte laufen
Über die Vergabe der Pay-TV-Rechte und der anderen ausgeschriebenen Pakete wird derzeit noch verhandelt. Premiere-Vorstand Carsten Schmidt stößt sich noch am Preis. Er hatte zuletzt zu denken gegeben, dass es Premiere Österreich in den vergangenen Jahren trotz Bundesliga-Rechten und 160.000 neuen Abonnenten nicht in die Gewinnzone geschafft habe. Er wolle mit dem Pay-TV-Sender schwarze Zahlen schreiben und dazu gehöre auch eine vernünftige Politik beim Rechte-Kauf, so Schmidt gegenüber dem "Kurier".

ATV bestätigte gegenüber der APA erneut, dass man sich um keines der Bundesliga-Pakete bemüht habe. Der Privatsender, der die Bundesliga-Rechte im Vorjahr an den ORF abgetreten hatte, will sich in den kommenden Saisonen auf die vom Verfassungsgerichtshof definierten Kurzberichterstattungsmöglichkeiten beschränken.

Preis für ORF "gerade vertretbar"
Dass sich der ORF bei den Live-Übertragungsrechten mit dem Sonntags-Spiel begnügt und auf den Samstag verzichtet hat, argumentierten Wrabetz und Oberhauser mit Kostengründen. "Mehr Pakete hätten wir uns nicht leisten können", sagte Oberhauser der APA.

Außerdem hätte ein Samstags-Livespiel "nicht in das neue ORF-Programm gepasst", meinte der Informationsdirektor: "Wir haben uns auf das konzentriert, was uns wirklich wichtig ist." Wrabetz hält die gefundene Lösung jedenfalls für ein "sehr gutes Konzept". Über den Preis für das vom ORF erworbene Rechtepaket wurde Stillschweigen vereinbart, es dürfte sich aber um etwa 8,5 Millionen Euro handeln: "Wir haben uns beim Preis extrem angestrengt", sagte Wrabetz der APA. Er sei für den ORF "gerade vertretbar" und im Budget vorgesehen. Auf andere geplante Produktionen müsse auf Grund dieser Investition jedenfalls nicht verzichtet werden.

Die Einigung mit der Bundesliga sei gerade im Jahr vor der EURO 2008 besonders wichtig, weil hier ein besonderes Augenmerk auf dem österreichischen Fußball liegt, ist Wrabetz überzeugt. Oberhauser frohlockt vor allem, weil es ihm gelungen ist, jene Kritiker zu widerlegen, die den Verlust der Bundesliga-Rechte als größten und nicht wiedergutmachbaren Fehler des damaligen ORF-Sportchefs bezeichneten. "Ich wurde damals durch Sonne und Mond gehaun, weil wir ausgestiegen sind und mir wurde vorgeworfen, dass der ORF den Bundesliga-Fußball damit endgültig verloren habe. Es hat nicht einmal zweieinhalb Jahre gedauert, um die Kritiker eines Besseren zu belehren."

(apa)