Offshore Leaks von

Briefkastenfirmen für Bank-Boss

Raiffeisen International-Chef Herbert Stepic ging Offshore - "Das ist zulässig"

Raiffeisen Bank International-Chef Herbert Stepic bei einer Pressekonferenz © Bild: APA/Hans Klaus Techt

Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass sich der Name von Herbert Stepic, Chef der Raiffeisen Bank International, in der Datenbank des Offshore-Leaks-Projektes befindet.

Stepic ist der wahre wirtschaftliche Berechtigte der Briefkastenfirmen „Yatsenko International Limited“ und „Takego Holdings Limited“. Die „Yatsenko“ war via Briefkasten auf den British Virgin Islands erreichbar, die „Takego“ wurde in Hongkong gegründet.

Stepic: "Informationen grundsätzlich zutreffend"

Stepic bestätigt auf NEWS-Anfrage wirtschaftlicher Berechtigter dieser Firmenkonstruktionen zu sein: „Die Ihnen vorliegenden Informationen sind grundsätzlich zutreffend.“ Auch habe er weder seinen Aufsichtsrat noch die Finanzmarktaufsicht darüber informiert. Denn, so Stepic: „Wichtig ist mir aber festzuhalten, dass es sich bei den genannten Firmen nicht um Offshore-Konstruktionen handelt.“

Über diese Firmen, die Stepic „Projektgesellschaften“ nennt, habe er drei Wohnungen in Singapur erworben, die Finanzierung des Investments sei mit „in Österreich versteuerten Einkünften“ erfolgt.

Gefragt, warum es notwendig sei, nicht öffentlich zu machen, dass er der wahre wirtschaftliche Berechtigte hinter der „Takego“ und der „Yatsenko“ ist, antwortet Stepic: „Das Produkt wurde in dieser Form von der UBS als Standardprodukt angeboten, um Käufern die gebotene Privatsphäre zu bewahren, was durch die aktuelle Anfrage allerdings ad absurdum geführt wird.“

"Stets nach steuerlichen Vorschriften gehandelt"

Auf die Frage, ob er Erträge aus dem Verkauf einer der Wohnungen in Österreich versteuert habe, sagt Stepic, dass er „stets nach den steuerlichen Vorschriften gehandelt“ habe.

Offshore-Leaks ist ein Projekt des „International Consortium of Investigative Journalists“ (ICIJ), das seit dem 4. April 2013 weltweit für Schlagzeilen sorgt. NEWS ist seit dem 23. April 2013 offizieller und exklusiver Medienpartner des ICIJ für Österreich.

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als iPad-Version.

Kommentare

Wenn Projektgesellschaften im Ausland errichtet werden und diese einem Gesellschafter (hier: Stepic) zuzurechnen sind, besteht hinsichtlich der dort erzielten Einkünfte immer ein steuerliches Durchgriffsthema (siehe Grasser und andere "Ehrenverdienstträger"). Ferner hat er angeblich Immobilien in den Gesellschaften veräußert (wozu dienten die Immobilien davor, welche Einkünfte wurden erzielt etc.). Das wird zu überprüfen sein. Ebenso, wie die Geldtransfers aus angeblich behaupteten, versteuertem Einkommen in die Projektgesellschaften. Von einer Unschuldsvermutung ist aufgrund der Geheimhaltung nicht wirklich auszugehen. Ebenso hätte er die Immobilien direkt halten können. Darüberhinaus ist durchaus nicht auszuschließen, dass weitere, über Treuhänder gehaltene, "Projektgesellschaften" bestehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Sachverhalte später iR von Betriebsprüfungen (allenfalls Staatsanwaltschaft) auch wirklich aufgearbeitet werden. Genau DAS darf sich nämlich der Durchschnittsbürger von einer funktionierenden Justiz erwarten!

Oliver-Berg

Ich kenne einen österreichischen Topanwalt, der hat für seine in Asien an einer Top-Uni studierende Tochter eine 90 Quadratmeter große Wohnung gekauft, die sie während und nach dem Studium benutzen wird. Ist ein solcher wenn er auf einer ungeprüften Liste aufscheint auch schon ein Steuerhinterzieher? Nicht jeder, der auf der Liste steht tut Illegales oder hinterzieht Steuern.

Oliver-Berg

Generell hat die Finanzmarktaufsicht mit Veranlagungen von Bankvorständen nichts am Hut, weil sie dafür einfach nicht zuständig ist. Schließlich hat Stepic, die Veranlagungen als Privatmann und nicht in Form einer Organfunktion (= Geschäftsführer, Vorstand) vorgenommen. Man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Ski Guiding

Macht man nur , wenn man Erträge die im Ausland erwirtschaftet werden nicht in Ö versteuern will ! (Mieteinnahmen- Verkaufs Erträge etc..) sonst machen Offshores keinen Sinn. Aber als Träger des "Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich "(2011) gibts vielleicht andere Gründe - Was für ein Haufen von Schwindlern und Betrügern treibt in dieser Republik sein Unwesen ?

Tja, ein einfaches Konto beim Giebelverband war dem guten Herrn eben zu minder *g*. Was soll man denn tun, wenn man soviel Geld wie er vom Giebelverband nachgeschmissen bekommt *ggg*

Um 3 noch so exklusive Wohnungen mit in A verdientem und versteuertem Geld zu kaufen muß man nicht um AR und FMA herum einen Bogen machen. Da steckt sicher mehr dahinter. Seine Bosse werden da schon nachfragen, und wahrscheinlich dann die FMA auch. Spannend jedenfalls!

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