Fakten von

Österreicher auf den Bahamas
festgenommen - "schuldlos"

Auch Freunde aus Deutschland und Rumänien inhaftiert

Ein Österreicher und seine Freunde - ein Deutscher und zwei Rumänen - sind vor rund eineinhalb Wochen auf den Bahamas vorübergehend festgenommen worden. In einer der APA vorliegenden Sachverhaltsdarstellung betonte der Mann - Name der Redaktion bekannt -, sie seien schuldlos eingesperrt worden. Der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, bestätigte der APA den Fall.

In dem Protokoll der Ereignisse schilderte der Österreicher, dass er und seine Freunde vor knapp zwei Wochen - am 18. August - in Nassau angekommen seien. Sie bezogen Quartier im Hotel "Atlantis - The Cove". Mit seinem deutschen Reisegefährten flog er am 20. August nach Tampa in Florida, um ein Boot zu besichtigen, das sie kaufen wollten. Die beiden Rumänen, die bereits bei der Einreise Probleme gehabt hatten, blieben auf den Bahamas zurück.

Als der Österreicher und sein Kompagnon am nächsten Tag aus Florida zurückkamen, fanden sie ihre rumänischen Freunde im gemeinsamen Hotel nicht mehr und gingen nach längerer Suche zur Rezeption. Sie wollten die beiden bei der Polizei vermisst melden lassen, sahen sich aber selbst bald mit der Exekutive konfrontiert. An der Rezeption beschieden ihnen Beamte laut der Darstellung des Österreichers, sie seien festgenommen. Die Polizei führte sie "mit Handschellen aneinander gekettet" ab und brachte sie auf eine Polizeistation. Fragen nach dem Warum beantworteten die Beamten nur mit dem Wort "Fraud" (Betrug, Anm.).

Sie seien in Handschellen zu einer weiteren Dienststelle mit Arrestzellen gebracht worden. In einer Zelle hätten sie ihre rumänischen Freunde wiedergefunden, die zu diesem Zeitpunkt bereits 24 Stunden inhaftiert gewesen seien. Medizinische Betreuung sei ihnen verwehrt worden, obwohl einer der Mitreisenden unter Herzproblemen leide. Auch telefonieren durften sie den Angaben des Österreichers nicht, ihnen sei nur beschieden worden, es gehe um "Fraud". Der Österreicher sei der Boss der drei anderen.

Eine Beamtin organisierte am 22. August nach einer Nacht in Haft einen Anwalt, welcher der Gruppe half. Von seinem Telefon aus verständigte der Österreicher seine Freundin in Rumänien, die die Familien informierte und die diplomatischen Vertretungen einschaltete. Der Anwalt fand schließlich heraus, dass die Polizei gar nichts in der Hand gehabt hätte. Es sei lediglich darum gegangen, dass vor einigen Wochen rumänische Staatsbürger mit falschen Kreditkarten Geld von Bankomaten abgehoben hätten und zwei der Gruppe Rumänen seien, die ebenfalls beim Geld abheben beobachtet worden seien.

Der Österreicher betonte, dass sich der heimische Konsul Ernst Rumer und sein Nachfolger auf diesem Posten, Wolfgang Reichenberger, sehr für sie eingesetzt haben. Die Gruppe sei von der Polizei, da diese "Mist gebaut habe", an das Büro für Immigration weitergeleitet worden. Unter Mithilfe ihres Anwalts und der Konsuln seine sie freigekommen und hätten am 24. August auch ihre Laptops wiederbekommen.

Schnöll sagte zur APA, die heimischen Behörden könnten den Vorfall bestätigen. Man werde die Geschehnisse dem Behörden Bahamas mit der Bitte um Stellungnahme zur Kenntnis bringen.

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