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Österr. NGOs fordern "Entwicklungsmilliarde" für Afrika

200 Millionen zusätzlich pro Jahr in der kommenden Legislaturperiode

"Wer Europa retten will, muss Afrika retten." Das Zitat des Journalisten Hugo Portisch nahmen entwicklungspolitische Hilfsorganisationen am Freitag zum Anlass, um einen "Zukunftspakt" mit Afrika zu fordern. Eine zusätzliche "Entwicklungsmilliarde" soll in den kommenden fünf Jahren in den Kontinent investiert werden, so die Idee.

"Die nächste Bundesregierung muss sich dieser Herausforderung stellen", betonte Annelies Vilim, Geschäftsführerin von AG Globale Verantwortung, des Dachverbandes entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei einer Pressekonferenz in Wien. Europa könne nicht in Wohlstand und Sicherheit leben, so lange auf dem Nachbarkontinent Krieg herrsche.


Denn "alles ist miteinander verbunden" und diese Info müsse noch viel mehr verbreitet werden, so Michael Opriesnig, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Spätestens seit dem Jahr 2015, schilderte die Geschäftsführerin der Hilfsorganisation Care, Andrea Barschdorf-Hager, sei den Österreichern bewusst geworden, dass man sich vor den Folgen einer globalisierten Welt nicht verstecken könne. Im Zuge der Flüchtlingswelle seien dann auch die Versprechen der Regierung, "mehr Hilfe vor Ort" leisten zu wollen, immer öfter gemacht worden. Doch Details, konkrete Zahlen, Aktivitäten und Zusagen vermissten die heimischen NGOs bisher, kritisierten sowohl Opriesnig als auch Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.