ÖFB-Arzt verhindert ein Horrorszenario:
Macho hatte bei Aufprall Zunge verschluckt

Schopp: "Musste ihm die Kiefer auseinanderziehen" AEK-Athen-Legionär aus Spital wieder entlassen

ÖFB-Arzt verhindert ein Horrorszenario:
Macho hatte bei Aufprall Zunge verschluckt

Das schnelle Eingreifen von ÖFB-Teamarzt Ernst Schopp hat im Testspiel der österreichischen Fußball- Nationalmannschaft gegen England ein Horrorszenario verhindert. Laut Schopp war Goalie Jürgen Macho nach dem Zusammenstoß mit Peter Crouch rund zwei bis drei Minuten bewusstlos. Gegen Tunesien soll neuerlich Alexander Manninger im Tor stehen.

Da der AEK-Athen-Legionär die Zunge verschluckt hatte, war beim Wiener fast während dieser gesamten Zeitspanne die Sauerstoffzufuhr unterbrochen, ehe der Mediziner die Atemwege wieder freimachte.

"Ich war sicher, dass er bewusstlos ist, und bin deswegen noch schneller als normal auf den Platz gerannt", schilderte der Burgenländer die Ereignisse. Da die Luftzufuhr unterbrochen war, begann Macho zu krampfen, wodurch sich wiederum die Kiefermuskulatur zu verschließen begann. "Ich musste ihm die Kiefer auseinanderziehen und die Zunge herausziehen", sagte Schopp. "Wenn in so einer Situation keiner da ist, der weiß, wie das geht, stirbt man."

In seinem Beruf als Unfallchirurg sei er schon des Öfteren mit einem derartigen Szenario konfrontiert gewesen. Auf dem Fußballplatz hat der bereits seit den 1980er-Jahren für den ÖFB tätige Arzt so etwas nach eigenen Angaben aber noch nicht erlebt.

Schopp ließ Macho erst dann auf die Tragbahre legen, als der Keeper wieder zu sich gekommen war. "Er wollte unbedingt weiterspielen, weil er gar nicht gewusst hat, was passiert ist." Laut Schopp kann sich Macho neben der Bewusstlosigkeit auch an die zwei bis drei Minuten vor der Kollision mit Crouch nicht erinnern. "Das ist in so einem Fall normal."

Macho wurde tags darauf aus dem Lorenz-Böhler-Krankenhaus entlassen und kehrte ins ÖFB-Teamcamp nach Lindabrunn zurück, wo er von Schopp einer genauen Untersuchung unterzogen wird. Zwar geht es dem Griechenland-Legionär mittlerweile wieder verhältnismäßig gut, aufgrund seiner Gehirnerschütterung muss er aber eine zumindest einwöchige Pause einlegen. "Er hat zwar keine unmittelbaren Schmerzen, bekommt aber monatelang starke Kopfschmerzen, wenn er zu früh mit der Belastung beginnt", erklärte Schopp.

Machos Ersatzmann Alexander Manninger erlitt schon wenige Minuten nach seiner Einwechslung in einem Zweikampf mit Joe Cole einen Bluterguss an der Hand. Sollte der Siena-Goalie wie von Schopp erwartet bis Mittwoch fit werden, wird er laut Teamchef Josef Hickersberger gegen Tunesien im Tor stehen. Ob der auf Abruf nominierte Rieder Schlussmann Hans-Peter Berger nachnominiert wird, stand noch nicht fest. (apa/red)