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NoVA-Anpassung führte zu Ansturm auf die Autohäuser

Diesel schmierte ab - Minus bei Elektroautos - VW Golf verlor an Beliebtheit

Der seit September geltende neue Pkw-Abgastest mit der damit verbundenen Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) hat zum erwarteten Ansturm der Kunden auf die Autohäuser geführt.

Im August wurden im Jahresvergleich um 31,3 Prozent mehr Autos neu zugelassen, insgesamt waren es 34.227 Fahrzeuge. Gegenüber dem Vormonat Juli gab es einen Anstieg von 8,7 Prozent. Der große Verlierer des August war der Diesel - hier gab es nur ein Zulassungsplus von 7,2 Prozent. Bei den Benzinern hingegen betrug der Zuwachs 58,6 Prozent. Einen Dämpfer gab es auch für den E-Antrieb, der von niedrigem Niveau aus ein Minus von 12,4 Prozent verzeichnete. In den Leistungsklassen von 83 bis 143 PS gab es Zuwachsraten zwischen 43 und 51 Prozent.

Von Jänner bis August legten die Neuzulassungen um 7,6 Prozent auf 258.564 Pkw zu. Bei Benzinern lag das Plus bei 28,5 Prozent, bei den Selbstzündern gab es einen Rückgang von 12,2 Prozent. E-Autos verzeichneten im Vergleich den ersten acht Monaten des Jahres 2017 einen Zuwachs von 8,6 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es in den Leistungsstufen von 126 bis 143 PS mit 24,4 Prozent. Kleinwagen unter 82 PS verloren hingegen um 5,6 Prozent.

Auffallend ist, dass des Österreichers beliebtestes Auto, der VW Golf, an Attraktivität verloren hat: Der Neuwagenverkauf ging seit Jahresbeginn um 18,7 Prozent zurück. Konzernweit betrachtet lief es für VW jedoch - trotz Abgasskandals - hervorragend. VW legte bei den Neuzulassungen in den vergangenen acht Monaten um 9,4 Prozent zu, Skoda um 8,9 und Seat um 32,7 Prozent.

Der in die Kritik geratene E-Auto-Pionier Tesla verkaufte von Jänner bis August 338 Fahrzeuge. Ganz gut lief es für das Nobelsegment: 46 Bentley, 35 Ferrari, 35 Lamborghini und 3 Rolls Royce wurden neu zugelassen. Porsche setzte gar 1.268 Boliden ab. Zum Vergleich: Die Diskontmarke Dacia kam seit Jahresbeginn auf 7.436 Neuzulassungen.

Die Neuzulassung von Motorrädern blieb mit 2.697 Stück im August im Jahresvergleich stabil. Bei Traktoren gab es ein Minus von 22,2 Prozent, bei Sattelzugmaschinen ein Plus von 8,9 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden um 3,9 Prozent mehr Motorräder neu zugelassen, bei den Traktoren wurde ein Rückgang von 4,7 Prozent registriert, bei den Sattelzugmaschinen ein Minus von 10,4 Prozent.

Übrigens: Für Besitzer von Fahrzeugen aus dem VW-Konzern wird es kommenden Montag (17. September) spannend. Dann ziehen Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) und der VKI bei einer Pressekonferenz Bilanz über den bisherigen Verlauf der Sammelklagen gegen den Wolfsburger Autokonzern. Hintergrund dazu ist der Ablauf der Verjährungspflicht gegenüber dem Hersteller mit 18. September des heurigen Jahres. Der VKI hatte kürzlich Sammelklagen für 10.000 Verbraucher eingebracht.

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