Nordkorea begnadigt US-Journalistinnen:
Bill Clintons Blitzbesuch endet erfolgreich

Reporterinnen zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt US-Vertreter: Freilassung schon vor Treffen zugesagt

Nordkorea begnadigt US-Journalistinnen:
Bill Clintons Blitzbesuch endet erfolgreich © Bild: Reuters

Erfolgreicher Blitzbesuch des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in Nordkorea: Er verließ mit zwei aus der Haft freigelassenen US-Journalistinnen Pjöngjang. Staatschef Kim Jong Il hatte nach einem Treffen mit Clinton die beiden Frauen überraschend begnadigt. Die Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee waren im Grenzgebiet zu China festgenommen und zu 12 Jahren Arbeitslager verurteilt worden.

Clinton habe sich bei seinem Treffen mit Kim Jong Il mit "aufrichtigen Worten" für das Verhalten der beiden Frauen entschuldigt, berichtete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Daraufhin habe Kim die Begnadigung der Journalistinnen veranlasst. Sie sei ein Zeichen für die "menschenfreundliche und friedliebende" Politik des kommunistischen Landes, so KCNA. Ein US-Vertreter widersprach später der Darstellung, Clinton habe sich bei Nordkorea wegen der Journalistinnen entschuldigt.

Freilassung vor Treffen zugesagt
Vielmehr soll Nordkorea die Freilassung der beiden Frauen bereits vor der Reise Clintons zugesagt haben. Den Familien der beiden Frauen sei im Juli signalisiert worden, dass das kommunistische Land einen Besuch Clintons zu Verhandlungen wünsche, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington. Demnach war Nordkorea auch damit einverstanden, den Fall nicht mit dem Konflikt um sein Atomprogramm zu verknüpfen.

Die beiden Journalistinnen waren Mitte März an der Grenze zwischen Nordkorea und China festgenommen worden, als sie dort über nordkoreanische Flüchtlinge berichten wollten. Ein Gericht in Pjöngjang verurteilte die Frauen im Juni unter anderem wegen illegalen Grenzübertritts und "Hetze" gegen die Regierung zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager. Ling und Lee waren für Current TV im Einsatz, ein Fernsehangebot, das vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore mitgegründet wurde.

Clinton traf als erster hochrangiger US-Politiker seit neun Jahren mit Kim zusammen. Das Weiße Haus widersprach der Darstellung Nordkoreas, Clinton habe eine Botschaft Obamas überbracht.

(apa/red)