Nordkorea von

So arm ist das Land

Den Tränen zum Trotz: Unter Kim Jong-il hat das Volk gelitten. Und es wird noch schlimmer

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    Kinder in einem Krankenhaus in Haeju, einer Stadt an der nordkoreanischen Westküste. Sie leiden an Unterernährung.

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    Gerade in dieser Provinz, Süd-Hwanghae, kommt es häufig zu Überschwemmungen und Taifunen. Das verschärft, in Kombination mit Missmanagement, die ohnehin schon schwieige Versorgungssituation.

Nordkoreanische Tränen ohne Ende - Bilder einer kollektiven Trauer um Kim Jong-il gingen um die Welt. Demzufolge müsste es dem Volk unter dem verstorbenen Machthaber ausgesprochen gut gegangen sein. Doch Fotos fernab des öffentlich zur Schau gestellten Leids zeichnen ein ganz anderes Bild des kommunistischen Staates.

Hilfsorganisationen schlagen schon seit Längerem Alarm: Die weltweite Wirtschaftskrise habe das Leid im international isolierten Nordkorea verstärkt, in dem ohnehin eine "chronische Nahrungsmittelunsicherheit" herrsche. Verschärft wird die Situation durch Überschwemmungen und Stürme, die einen Großteil der Ernte vernichtet haben. Zudem breiten sich durch verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene Durchfallerkrankungen aus.

Untersuchungen der UNO haben Ende September ergeben, dass 6,1 Millionen Menschen im Land unter einer "ernsten humanitären Krise" leiden. Zwar gab es bereits erste internationale Hilfslieferungen, doch schrecken etwa die USA vor Nahrungsmitteltransporten aus Sorge zurück, diese könnten von der Regierung in Pjöngjang zu politischen Zwecken missbraucht werden.

Sparen für bombastische Feier
Und es kommt noch schlimmer: Die Versorgungslage in Nordkorea könnte sich im Frühsommer wieder dramatisch verschlechtern, wenn die Feierlichkeiten für den 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung vorbei sind. Derzeit würden offenbar die wenigen Ressourcen für die als bombastisch geplanten Feiern im April aufgespart, sagte der deutsche Politikwissenschaftler und Ostasien-Experte Werner Pfennig von der Freien Universität Berlin.

"Die Versorgungslage ist sicher nicht gut", sie habe sich auch nicht verbessert, sagte Pfennig weiter. "In der Hauptstadt Pjöngjang ist sie immer noch besser als am Lande." Es werde für den "jungen Führer" Kim Jong-un daher im Frühsommer "schwer sein, zu sagen, wir haben nichts mehr", meinte der Experte. Allerdings lasse sich die koreanische Politik generell schwer prognostizieren - "auch im Süden". "Es bleibt spannend."

"Staatstrauer ist ein Wettbewerb"
Zu den weltweit aufsehenerregenden, von den nordkoreanischen Staatsmedien verbreiteten Bildern verzweifelt weinender Menschen in Pjöngjang gab Pfennig zu bedenken, dass die offen zur Schau gestellte Trauer diesmal "schon weniger war" als beim Tod von Kim Jong-ils Vater Kim Il-sung im Jahr 1994. Obwohl er hinter den Szenen auch eine Massenhysterie sieht bzw. meint: "Wenn Staatstrauer verordnet ist, ist das auch ein Wettbewerb", weist der Experte darauf hin, dass viele Menschen in Nordkorea wohl "ein Gefühl der Unsicherheit" verspürten, zumal bisher "der Großteil der Bevölkerung von Kim Jong-un nichts weiß".

Kommentare

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Der Tod des geliebten Führers und Menschenschinder dürfte bei "higgs70" die Flagge eine Weile auf Halbmast wehen lassen. Einige kommen halt immer zu spät.

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Re: Der Tod hmmm... wer wohl "higgs70" ist? war definitiv schon zu lange nicht mehr am mitposten...

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Re: Der Tod No schau, zombilein wurde wieder mal reanimiert und schon wuselt\'s sich frech in die erste Reihe vor. Dass du glaubst zu wissen wie "higgs70" denkt, zeichnet dich als großen Fan aus und das wird sie wohlwollend zu prüfen haben, die "higgs70". Und die Flagge auf Halbmast weht bei dieser "higgs70" maximal, wenn sie auf immergleichen Unsinn in immergleichen postings trifft. So gesehen ist sie heute mal stolz die "higgs70", dass sie dem kleinen Kämpen des Ungeistes ein posting ohne die Worte "kriminelle Migranten und Asylwerber" entlocken konnte. Eine lästige Funzn diese "higgs70", gell, aber lieber zu spät als nie.

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