Niederösterreich von

Hubschrauber gegen Gelsen

An der March greift man zu radikalen Mitteln gegen die aktuelle Gelsenplage

Gelse © Bild: thinkstock.at

Neun niederösterreichische Gemeinden entlang der March gehen in der Bekämpfung der Gelsenplage, zumindest für Österreich, neue Wege. Heuer biete man im Kampf gegen die Blutsauger zum ersten Mal einen Hubschrauber auf, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Hohenau an der March (Bezirk Gänserndorf), Robert Freitag, der APA am Freitag und bestätigte damit einem Bericht von "ORF Online" (noe.orf.at). Zum ersten Mal versuche man in Österreich der Gelsen-Brut auf diese Art und Weise Herr zu werden, erklärte Freitag.

Bisher habe man laut dem Bürgermeister, seines Zeichens auch Obmann des Vereins "Biologische Gelsenregulierung entlang der Thaya und March", bereits an drei Tagen seit Mitte Juni Einsätze in dem von diversen Hochwässern in der Vergangenheit besonders betroffenen Gebiet geflogen. Und offenbar mit Erfolg. "Über 90 Prozent der Gelsenlarven konnten bereits zerstört werden", sagte Freitag. 60 bis 70 Prozent habe man bereits durch Rückenspritzer unschädlich machen können. Es gebe jedoch auch negative Nebenwirkungen, etwa dadurch, dass die benachbarte Slowakei keine Anstrengungen in diese Richtung unternehme. "So werden dann Gelsen wieder importiert", meinte der Ortschef.

Mittel biologisch abbaubar

Die Bekämpfung mittels Hubschraubers funktioniert laut Freitag folgendermaßen: Der Helikopter fliegt einen Abwurfbehälter in die March-Auen. Auf genau ausgemessenen, schwer zugänglichen Populationsflächen in der Größenordnung von 2.000 Hektar wird das Gelsenbekämpfungsmittel ausgestreut. Verwendet wird ein Granulat, das den eigentlichen Wirkstoff BTI - ein Eiweißkristall - bindet. "Das Mittel ist innerhalb von 48 Stunden biologisch abbaubar. Es bildet keine Resistenzen und wirkt selektiv auf Gelsenlarven", erklärte der Gemeindechef von Hohenau an der March.

Das Land Niederösterreich und die zuständige Bezirkshauptmannschaft habe diese naturschutzrechtlich unbedenkliche Methode im Jahr 2010 genehmigt. Externe Experten würden zudem laufend überprüfen, ob alle Bescheide auch eingehalten werden. Gleichartige Projekte gebe es laut Freitag etwa in Deutschland bereits seit 28 Jahren.

Kommentare

@christian95 geh bitte, noch mehr gift!? was willst machen, einfangen und in zoo bringen? irgendwas muss man gegen diese immer größer werdende plage machen...sogar tagsüber sind diese viecher überall...

Noch mehr Gift!
Auch die Bienen werden sich darüber freuen. Wenn sie ein paar Tage später verenden denkt niemand mehr ans "Gelsengift".

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