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Was ist hier abgesandelt?

Kurt Kuch über die politischen Sitten des Landes - und den Wirtschaftsstandort

Kommentar - Was ist hier abgesandelt? © Bild: NEWS/Herrgott Ricardo

Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl bezeichnete den Wirtschaftsstandort Österreich zuletzt als „abgesandelt“. Darüber lässt sich trefflich streiten. Unbestritten ist, dass es tatsächlich Indikatoren gibt, die diese Einschätzung bestätigen.

Etwa den Korruptionswahrnehmungsindex von „Transparency International“. 2005 waren wir dort noch auf Platz 10, im Jahr 2012 nur mehr auf Platz 25 – gleich hinter Santa Lucia. Verwunderlich ist das nicht, so „abgesandelt“ wie die politischen Sitten mittlerweile sind: Die SPÖ wollte sich die Plakate vom Parlamentsklub bezahlen lassen, was Experten als illegal bezeichnen. VP General Johannes Rauch bezeichnete das Ansinnen als einen „Skandal der neuen Sonderklasse“. Fragt sich, welchen Superlativ Rauch für die jahrelange illegale Parteienfinanzierungspraxis seiner eigenen Partei findet? Und neben Rot und Schwarz gilt auch für Blau und Orange, dass „sauber“ etwas grundsätzlich Anderes ist.

Das unbestreitbare moralische Absandeln der heimischen Innenpolitik erinnert an die französische Kriminalkomödie „Der Saustal “. Da wie dort wird nur mehr halbherzig der Schein gewahrt – und hintenherum wird gegeben, genommen, gepackelt und vertuscht.

Insofern gilt: Leitl hat Recht. In Sachen Korruption ist Österreich standortpolitisch wirklich am „absandeln“.

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aprobos wk, montag abend ein wk event, die leiterin stellte einen autor vor und verwendet das wort kreiert und spricht es mit ei aus kr-ei-ert, mann o man ist die performanz der wk abgesandelt

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