Politik von

Von Gleichen und von Gleicheren

Vor Justitia sind längst nicht alle gleich...

Portraitaufnahme von Kurt Kuch. © Bild: NEWS

Im März 2013 flog bei der Raiffeisenbank Mattersburg eine pensionierte Mitarbeiterin auf, die seit 1979 rund 1,2 Millionen Euro abgezweigt haben soll. Viele haben den Fall wahrscheinlich noch in Erinnerung, weil die Frau zuerst als vermisst galt. Nach zwei Tagen war die Rentnerin wieder da, wurde verhaftet – und sitzt seither in U-Haft. Demnächst soll ihr der Prozess gemacht werden.

Szenenwechsel: Begas-Bonze Rudolf Simandl flog ein Jahr vor der Dame auf. Die Summe, die er bei der Begas abgezweigt haben soll, übersteigt jene der Ex-Bankmitarbeiterin um ein Vielfaches. Auch er musste 2013 in U-Haft. Allerdings nur drei Wochen. Dann entschied das OLG Wien, dass keine UHaftgründe mehr vorliegen würden. Nach seiner Enthaftung soll Simandl einen Gärtner gedrängt haben, Leistungen bei ihm zu erbringen, für die einst die Begas zahlte.

Simandl traf auch einen ungarischen Beschuldigten. Und er stellt sich als nicht vernehmungsfähig dar und wurde trotzdem Autofahrend gesichtet. Einziger harter Rückschlag: Liechtenstein lieferte alle Unterlagen zu seinen Stiftungen. So wird klar, woher die Gelder kamen und wohin sie gingen. Ganz im Gegensatz zum Fall von Karl-Heinz Grasser, wo sich das Fürstentum ziert wie eine alte Jungfer. Wir lernen: Einzelne werden noch sanfter beamtshandelt als Simandl.

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