Natascha Kampusch holt die Schule nach!
1. angestrebtes Ziel: Hauptschulabschluss

Volksschulabschluss wurde nachträglich anerkannt Zeitpunkt des Abschlusses steht derzeit nicht fest

Vor einem Jahr entkam Natascha Kampusch aus dem "Gefängnis", zu dem ihr Kidnapper Wolfgang Priklopil das Leben gemacht hatte. Seit Jänner büffelt Kampusch mit der Unterstützung eines Lehrerteams für ihren Schulabschluss. Angestrebt wird von der 19-Jährigen, die derzeit ihre Ferien genießt, dabei zunächst die Hauptschulreife. Der Volksschulabschluss wurde ihr nachträglich anerkannt.

Es gehe vor allem um "das Leben lernen", erklärte einer ihrer Bildungsbetreuer im APA-Gespräch. "Entwicklung geschieht, und die kann man weder forcieren noch stoppen." Wann genau die junge Frau ihre Ausbildung abschließen wird, steht demnach noch nicht fest.

Im ersten Schul-Semester nach der achteinhalbjährigen Gefangenschaft wurde gemeinsam das mitgebrachte Wissen von Kampusch gesichtet, hieß es. Erfasst wurde dabei, was sie wirklich gut kann und bereits gelernt hat, um herauszufinden, wie ihre Ausbildung am besten ergänzt werden soll. Beim Lernen selbst sei es weniger um Inhaltliches, sondern um die grundlegende Belastbarkeit der jungen Frau gegangen. "Sie möchte das ganz normale Leben einer unbeobachteten 19-Jährigen führen", so der Lernbetreuer über die Wünsche von Kampusch.

"Das Programm geht von Frau Kampusch selbst aus. Sie kann sich aussuchen, wie sie lernen möchte", hieß es. Die 19-Jährige entscheidet demnach selbst, ob Einzelgegenstände vorgezogen werden und wie geprüft wird. Grundsätzlich gebe es verschiedene Lernphasen, im Vordergrund stehe allerdings das Leben, "das Anwenden in der Gegenwart".

"Es ist alles möglich", so der Kommentar aus der Lehrer-Gruppe zu einem Abschluss der Ausbildung. Ein Zeitpunkt sei grundsätzlich schwer abzuschätzen: "Es kann in zwei Monaten soweit sein oder auch noch ein Jahr dauern", hieß es. (apa)