Nach Fluchtversuch aus Karlau: Ott wird von Justizwache "zurückgestuft"

Verurteilter Frauenmörder darf sich nur mehr in Begleitung in Grazer Haftanstalt bewegen

Dem wegen zweifachen Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilten Wolfgang Ott werden von der Leitung der Justizstrafanstalt Graz-Karlau wegen seines Fluchtversuchs Vergünstigungen entzogen. Aus der Tischlereilehre wurde er abgezogen, zu den drei Wochen Einzelhaft kommt nun noch die "Rückstufung in der internen Sicherheitseinteilung", so Karlau-Direktor Oberst Franz Hochstrasser.

Das heißt, Ott darf sich nur in einem kleinen Bereich der Karlau bewegen und wird dabei zusätzlich noch von bis zu zwei Justizwachebeamten begleitet.

Die Strafmaßnahme dauert zwischen drei und sechs Monaten, dann habe Ott die Möglichkeit, im Rahmen einer Beurteilung wieder eine Stufe hinauf zu wandern, sagte Hochstrasser. Im Haus werde er aber nie mehr ohne Begleitung unterwegs sein dürfen. Laut Hochstrasser sei Ott bisher nicht aufgefallen und "total angepasst" gewesen, obwohl "er natürlich keine leichte Persönlichkeit" sei. Als Lehrling in der Tischlerei sei er vorbildlich gewesen, bis zu seinem Fluchtversuch vorigen Donnerstag.

Ott wollte sich in einer Kiste verbergen, die der anstaltseigene Lkw in die Außenstelle nach Maria Lankowitz (Bezirk Voitsberg) hätte bringen sollen. Der Fluchtversuch scheiterte an den aufmerksamen Beamten der "Sicherheitsschleuse" am Tor. Diese kontrollierten Kfz und Kiste und holten Ott aus seinem Verschlag.

Hochstrasser erklärte, er sei sehr stolz auf den aufmerksamen Kollegen und habe ihm bereits vor versammelter Mannschaft eine Belobigung ausgesprochen. Das Sicherheitssystem habe jedenfalls funktioniert. Er könne sich in der letzten Zeit nur an einen Fluchtversuch im Jahr 1991 erinnern, sagte der Direktor. Damals habe man den Flüchtigen allerdings unmittelbar nach dem Ausbruch wieder eingefangen.

Der ehemalige Filmemacher Ott war im Oktober 1996 wegen Mordes an Sonja Svec zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1999 wurde er auch des Mordes an Karin Müller aus dem Jahr 1995 schuldig gesprochen. (apa)