Nach Aufregung um Stadionverbote in Salzburg: Red Bull gesteht Fehler ein

"Interner Fehler": 60 Fans sollten ausgesperrt werden

Neue Wendung in der Causa Stadionsperre in Salzburg: Red Bull hat in einer kurzen Meldung auf der Vereinshomepage einen "internen Fehler" eingeräumt. Dadurch sei gegen mehrere unbescholtene Anhänger ein Stadionverbot ausgesprochen worden.

Die Erklärung von www.redbullsalzburg.com im Wortlaut:

"Aufgrund eines internen Fehlers wurden gestern von Red Bull Salzburg Briefe betreffs Stadionverbots auch an einige Fans verschickt, die in keiner Weise mit der radikalen Fan-Szene in Verbindung gebracht werden können.

Wir bedauern dies sehr und werden uns bei jedem einzelnen Betroffenen persönlich entschuldigen."

Stadionverbot gegen unbescholtene Fans
Die am Dienstag verhängte Stadionsperre sollte sich gegen jene Gruppen richten, die im Streit um die traditionellen violett-weißen Klubfarben auf Konfrontationskurs mit den neuen Besitzern des Bundesliga-Vereins gegangen sind. Mit der jüngsten Maßnahme waren Mateschitz’ Bullen aber über das Ziel hinausgeschossen.

Die Fangruppe "Union ´99 Ultra Salzburg" berichtete über ein Informationsschreiben, adressiert an Mitglieder, die über pro-violett-weiße Fanklubs Abos und Dauerkarten erworben haben. Die Botschaft des Schreibens: Man sei im Stadion nicht mehr erwünscht.

Die Aussendung betreffe aber auch jene, die in dieser Saison noch kein Spiel der Red Bulls vor Ort mitverfolgt haben und demnach auch nicht an den Protesten und Ausschreitungen teilnahmen.

Das Hausverbot war ausgesprochen worden, nachdem violett-weiße Traditionalisten in Ried bei der 0:3-Schlappe mit mehreren bengalischen Feuern für eine Unterbrechung der Partie gesorgt hatten. Außerdem war es im Auswärtssektor einmal mehr zu Unstimmigkeiten zwischen Red Bull- und ehemaligen Austria Salzburg-Fans gekommen.

Daraufhin verkündete Red Bull, die "Toleranz-Politik" sei nun zu Ende: "Wir haben bis jetzt nur zugeschaut. Aber wenn Spielabbrüche provoziert werden sollen, Leute mit Red Bull-Dressen angeschüttet und beschimpft werden, sowie die Polizei attackiert wird, dann geht das nicht mehr."

Red Bull teilte auf seiner offiziellen Vereins-Homepage mit, dass Red Bull Salzburg auch in Zukunft alle Fans im Stadion Wals-Siezenheim willkommen heiße, „die unsere Mannschaft positiv beflügeln und auch in kritischen Phasen zu uns stehen.“

Seit der Übernahme der Salzburger Austria durch den Energy-Drink-Hersteller entbrannte zwischen der neuen Führung und manchen, auf Tradition wert legenden, Fan-Blöcken ein Konflikt um Klubfarben und Aussehen der nun im Red-Bull-Style gehaltenen Heimdressen. Die Ultras setzen sich für ein Heimtrikot in Violett-Weiß und ein zumindest Violett angehauchtes Logo ein.

(red)