Mordprozess in Wr. Neustadt von

Tödlicher Stich ins Herz

Bursche muss sich für Mord an Bekanntem verantworten. Prozess vertagt.

Mordprozess in Wr. Neustadt - Tödlicher Stich ins Herz

Mit 14 Messerstichen soll ein damals 17-Jähriger vergangenen März in Niederösterreich einen 16 Jahre alten Bekannten getötet haben. Der Bursch musste sich deswegen am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Mordes vor einem Geschworenensenat verantworten. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Nach diversen Zeugeneinvernahmen und dem Gutachten des Gerichtsmediziners wurde auf 10. November vertagt. Dann ist der Gerichtspsychiater am Wort.

Wie die Staatsanwältin erläuterte, hatte die Polizei nach der Ermordung des 16-Jährigen auch die Handy-Daten des Angeklagten ausgewertet. Dabei fanden die Kriminalisten eine SMS, die der Täter an einen anderen Freund geschickt hatte. "Jetzt bring ich ihn wirklich um", hatte der Angeklagte darin angekündigt. Er habe sich bei diesem Wortlaut einfach nichts gedacht, versuchte der Angeklagte den Inhalt der SMS herabzuspielen.

"Stets ruhig und freundlich"
Einige Freunde und der Großvater des Angeklagten zeichneten im Zeugenstand ein positives Bild des 18-jährigen. Dieser sei stets ruhig und freundlich gewesen. Nur ein Zeuge, der mit dem Angeklagten während der U-Haft in einer Zelle gesessen war, gab Gegenteiliges zu Protokoll. Der Bursche sei aggressiv gewesen, habe des öfteren "Ausraster" gehabt. Und einmal habe sich der Angeklagte sogar damit gebrüstet, seinen Freund umgebracht zu haben. "Es ist ein tolles Gefühl, jemanden abzustechen", soll er sich demnach geäußert haben.

Gerichtsmediziner Wolfgang Denk hat die Leiche des ermordeten Burschen untersucht. 14 Stichwunden, "mit erheblicher Wucht ausgeführt", wies das Opfer auf. Tödlich waren zwei in den linken seitlichen Brustbereich. Sie durchtrennten zwei Rippen und öffneten Herzbeutel sowie -kammer.