Mord und Selbstmordversuch in Wien: Frau in Luxus-Pension erstochen aufgefunden

Mutmaßlicher Täter lag schwer verletzt neben Leiche Polizei: Möglicher Zusammenhang mit Okkultismus

Mord und Selbstmordversuch in Wien: Frau in Luxus-Pension erstochen aufgefunden

In einer Suite einer Luxus-Pension im Bezirk Landstraße ist am Neujahrstag einer Wienerin die Kehle durchgeschnitten worden. Der mutmaßliche Täter starb später im Spital. Die Polizei geht davon aus, dass er die Frau mit mehreren Messerstichen und -schnitten umgebracht und sich danach selbst zwei Mal die Tatwaffe in die Brust gerammt hat. Das Motiv war vorerst unklar. Fest steht, dass der dreitägige Aufenthalt des Paares lang geplant war.

Die beiden Silvester-Gäste hätten um 13.00 Uhr auschecken sollen, tauchten aber nicht an der Rezeption auf. Eine Viertelstunde später ging die Pensionsbetreiberin nachschauen. Ihr bot sich ein Schreckensbild. Die 38-jährige Donaustädterin Lydia R. lag tot im Bett, neben ihr der schwer verletzte 39-jährige Roland G. aus dem Bezirk Alsergrund. Mordopfer und mutmaßlicher Täter trugen nur Unterwäsche.

Dem Opfer sind zwei große Schnittwunden am Hals und mindestens ein Stich in die Herzgegend zugefügt worden. Danach habe sich der Mann zwei Mal ein Messer in die Brust gerammt, sagte Oberst Roland Frühwirth von der Kriminaldirektion 1 (KD1) im APA-Gespräch. Zwei mögliche Tatwaffen, Taschenmesser mit zehn Zentimeter langen Klingen, wurden sichergestellt.

Mutmaßlicher Täter starb im Krankenhaus
Ein Rettungshubschrauber brachte den Schwerverletzten ins Spital, wo er gegen 18.15 Uhr starb. Bei seiner Auffindung war der Mann zwar noch bei Bewusstsein, aber nicht mehr ansprechbar.

Schon im September hatte Lydia R. das Zimmer gebucht, das ein bekannter Restaurantbetrieb in der Oberen Weißgerberstraße als eine von mehreren "Wohnsuiten" anbietet. "Es ist auch alles bezahlt gewesen", sagte Frühwirth.

Ermittler fanden Bücher über Satanismus
Kopfzerbrechen bereiten den Ermittlern Bücher über Satanismus, die neben dem Bett gefunden wurden. Offensichtlich habe sich das Paar mit dem Okkulten beschäftigt, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Ein direkter Zusammenhang von Satanskult mit der Bluttat sei bisher aber nicht hergestellt worden, betonte Frühwirth. Am Tatort gebe es auch keine Spuren, die darauf schließen lassen würden. "Für mich sieht das wie ein 'normaler' Mord mit einem Motiv wie Streit oder Verzweiflung aus", sagte der Polizeioberst. Das Zimmer habe auch keine Kampfspuren aufgewiesen. (apa/red)