Meteorit? von

Grüner Feuerball am Nachthimmel

Aufregung in Tirol: Fremder Himmelskörper gesichtet - Autofahrer filmte mit

Ein helles Licht am Nachthimmel sorgte am Sonntagabend in Tirol sowie auch in der Schweiz und in Süddeutschland für Aufregung. Zahlreiche Bürger wandten sich an die Polizei, ein Autofahrer in Tirol filmte den unbekannten Himmelskörper.

Spektakulär ging es am Sonntagabend am Himmel über Tirol zu. Von Lichtblitzen, einem grünen Feuerball und einem lauten Knall berichteten Augenzeugen. Ein mutmaßlicher Meteorit soll in der Gegend über Tirol, der Schweiz und Süddeutschland zu sehen gewesen sein, bei der Polizei gingen zahlreiche Anrufe ein. Ein Tiroler Autofahrer filmte das grünliche Licht, wie es in ziemlich hohem Tempo den Himmel querte.

Was ist damit passiert?

Kurz vor 21 Uhr haben die Augenzeugen das Licht am Himmel auftreten sehen. Unklar ist jedoch, was danach mit dem Licht geschehen ist. Ob der mutmaßliche Knall das Geräusch des Aufpralls auf der Erde war, ist nicht klar. Es könnte sich auch um einen Überschallknall gehandelt haben, denn über einen Aufschlagsort und mögliche Schäden ist nichts bekannt.

Ursache bleibt Spekulation

Was es tatsächlich war, werde aber Spekulation bleiben, erklärte Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraumforums, im Gespräch mit der APA am heutigen Montag dazu. "Man wird kaum mit Gewissheit sagen können, ob es aus den Tiefen des Weltalls gekommen ist oder eben Weltraumschrott war", sagte Grömer. Beides sei denkbar, die Erbringung eines Beweises aber schwierig, wenn nicht aussichtslos.

Planmäßig seien jedenfalls weder große Sternschnuppenschwärme, noch in die Atmosphäre eintretende Satelliten-Teile erwartet worden, erläuterte Grömer. Er habe heute noch das Trackingsystem "NORAD" (North American Aerospace Defense Command, Anm.) gecheckt, und dort wurde nichts registriert. "Das hat aber nicht viel zu bedeuten, denn das Trackingsystem ist relativ großmaschig", so Grömer. Dort würden nur Teile erfasst, die zumindest eine Größe von über zehn Zentimetern aufweisen. Aber Objekte von beispielsweise drei bis sieben Zentimeter Größe - wie wahrscheinlich auch in diesem Fall - könnten ebenso für ein derartiges Phänomen verantwortlich sein.

Mit Video lässt sich Flugbahn rekonstruieren

Gesichert ist laut Grömer bisher nur, dass das Objekt gegen 20.44 Uhr für mehrere Sekunden am Himmel zu sehen gewesen ist. "Ein glücklicher Zufall ist, dass es Videoaufnahmen gibt", meinte der Wissenschafter. Mit den Aufnahmen werde sich die ungefähre Flugbahn rekonstruieren lassen. Bisher lasse sich aber nur sagen, dass er aus nördlicher Richtung gekommen ist, so Grömer: "Es könnte etwa eine polare Umlaufbahn gewesen sein."

Viele Finder "befürchtet"

Eine Einschlagstelle zu finden, bezweifelt Grömer: "Bei dieser Größe ist das sehr unwahrscheinlich." Denn das wenige Zentimeter große Gestein befinde sich wahrscheinlich unter der Erde. "Ich fürchte aber, dass sich in den kommenden Tagen viele vermeintliche Finder melden werden."

Insgesamt ist es ein "schöner Zufall", dass dieses Himmelsspektakel beobachtet werden konnte, meinte Grömer. Denn es herrschten gute Wetterbedingungen, es war dunkel und viele Leute waren noch wach. An und für sich würden Teile dieser Größe ja vielfach unbemerkt in die Atmosphäre eindringen. "Es ist eine nette, schöne, witzige Sache, aber wohl eine Eintagsfliege."

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