Mehrere Bombendrohungen in Salzburg: Banken evakuiert - Geldforderungen gestellt

Aufatmen: Pakete stellten sich als harmlos heraus Geldinstitute und Juridische Uni-Fakultät abgeriegelt

Mehrere Bombendrohungen in Salzburg: Banken evakuiert - Geldforderungen gestellt

Drei Bombenattrappen bisher unbekannter Täter haben für drei Stunden Teile der Salzburger Altstadt lahm gelegt. Am Vormittag waren in drei Geldinstituten gelbe Pakete mit dem verdächtigen Inhalten abgegeben worden. In einem Begleitschreiben wurde die Herausgabe von Geld gefordert, andernfalls werde die Bombe ferngezündet, hieß es. Spezialisten des Entschärfungsdienstes konnten gegen 13.10 Uhr Entwarnung geben.

Ein Paketdienst hatte gegen 10.00 Uhr in der Raika in der Sigmund-Haffner-Gasse ein etwa 40 mal 30 mal 10 Zentimeter großes Paket abgegeben. Ein Bankmitarbeiter hatte das Begleitschreiben geöffnet, auf dem die Herausgabe von Geld gefordert und ein Einschalten der Polizei untersagt wurde. Sonst werde eine Bombe ferngezündet. Der Inhalt in dem gelben Postpaket sah einer Bombe täuschend ähnlich, sagte später der Leiter des Stadtkriminalamtes, Oberstleutnant Andreas Huber. Der Bankangestellte alarmierte sofort die nahe liegende Polizeiinspektion Rathaus.

Während die Polizei alle verfügbaren Einsatzkräfte zusammenzog und die Umgebung der Filiale abriegelte, tauchte auch in den benachbarten Geldinstituten Salzburger Sparkasse und Oberbank am Alten Markt jeweils ein verdächtiges Paket auf. Auch diese beiden Banken wurden geräumt. Rund 100 bis 150 Personen, die sich in den angrenzende Wohnungen und Geschäftslokalen aufhielten, wurden evakuiert.

Von den Evakuierungsmaßnahmen waren auch die Traditions-Cafes Tomaselli und Fürst sowie die Gäste eines Altstadthotels und die juridische Fakultät in der Altstadt betroffen. Der Sperrkreis reichte vom Rathausplatz über die Sigmund-Haffner-Gasse bis zum Alten Markt. Der Christkindlmarkt auf dem Residenz- und Domplatz befand sich außerhalb dieser abgeriegelten Zone.

Gegen 12.30 Uhr trafen Experten des Entschärfungsdienstes aus Innsbruck und Klagenfurt in der Mozartstadt ein und untersuchten die verdächtigen Pakete. Der Inhalt habe sich als "harmlos erwiesen", erklärte Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler um 13.10 Uhr den Journalisten.

Gegen 14.30 Uhr konnten die Ermittlungen an den Tatorten abgeschlossen werden. Im Laufe des Nachmittags wurden die Bombenattrappen von Kriminaltechnikern analysiert. Über den oder die Täter gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Anhaltspunkte.

Unklar war zunächst, ob es zum Täter auch Kontakt gab. Auch über die Höhe der Geldforderung lagen vorerst noch keine Angaben vor. "Es war keine Sparefroh-Forderung", sagte der Direktor der Salzburger Sparkasse, Gernot Mittendorfer, der APA.

Gegen Mittag ging auch noch eine vierte Bombendrohung ein, welche die Oberbank in der Sterneckstraße betraf. Dort konnte aber schon kurz danach wieder Entwarnung gegeben werden. Man habe man nichts gefunden, erklärte ein Sprecher des Landespolizeikommandos.

Die Bombendrohung forderte den Einsatz von mehr als 100 Polizisten, 45 Helfer des Roten Kreuzes und acht Männer der Berufsfeuerwehr.

(apa/red)