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Marc Girardelli ist 50

Dass er als Luxemburger zur Legende wurde sei "nach heutigem Ermessen idiotisch"

Marc Girardelli im Februar 2009 in Bansko © Bild: GEPA pictures/Walgram

Heute feiert Marc Girardelli seinen 50. Geburtstag - und blickt zurück auf seine sensationelle Karriere. Die Ski-Legende gewann fünfmal den Gesamtweltcup und ist damit immer noch die Nummer eins der Ski-Welt. Dass er dies aber nicht als Österreicher, sondern als Luxemburger tat, bezeichnete Girardelli anlässlich seines Geburtstags als "nach heutigem Ermessen idiotisch".

"Es war wirklich eine unglückliche Entscheidung", sagte der Jubilar in einem Interview mit ORF-Vorarlberg über seinen 1976 erfolgten Abgang vom ÖSV Richtung Luxemburg. "Heutzutage würde man sagen: 'Komm wir holen alle Parteien an einen Tisch.' Aber die Situation war damals verfahren und verfeindet", berichtete Girardelli, dessen von Papa Helmut angeführter Clan sich mit dem heimischen ÖSV zerstritten hatte.

"Eigentlich war das sehr schade. Aber ich bin gemeinsam mit meinen Eltern den Weg gegangen und die Geschichte hat uns recht gegeben", sagte der Gewinner von elf WM- und zwei Olympia-Medaillen und Sieger von 46 Weltcup-Rennen.

Heute ist Girardelli als Unternehmer tätig. Von Oktober bis April arbeitet der gebürtige Lustenauer u.a. als Eventmanager, dazwischen ist er vor allem als Vortragender im deutsch-, englisch- und italienischsprachigen Raum tätig.

Knapp am Ruin
Im Alter von 33 Jahren hat Girardelli seine Karriere 1997 beendet. Mit seinem ersten Projekt als Unternehmer, der Errichtung einer Skihalle im Jahr 2001 in Bottrop/Deutschland, hatte sich der ehemalige Skistar noch übernommen.

Die Idee hatte ihn beinahe in den finanziellen Ruin getrieben. "Ich und meine Partner waren für so ein Projekt einfach zu schwach und zu klein", berichtet Girardelli. "Aber ich möchte die Zeit nicht missen. Ich habe dort meine Frau kennengelernt, mit der ich zwei wunderbare Kinder habe."

Risikofreudiger Girardelli
Den Mut zum Risiko hat sich Girardelli weiter erhalten. "Ich habe schon im Rennsport immer viel Risiko genommen, und das habe ich auch in meinem Leben danach fortgesetzt." Sich auf seinen einstigen Erfolgen auszuruhen, das kam für ihn nie infrage: "Nichts zu machen, das ist mir einfach zu langweilig."

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