Macho auf der Couch: Psychoanalytikerin Perner kuriert Ministergatten Prokop!

Sporttrainer in NEWS: "Ich weiß, wo die Grenze ist" "Wegen Liese": Prokop will zukünftig vorsichtiger sein

Wie tickt Gunnar Prokop? Die markigen Sprüche des Ehemanns von Innenministerin Liese Prokop sorgten bei den anderen Parteien für Häme, am häuslichen Herd für Erklärungsbedarf. NEWS bat Psychoanalytikerin Rotraud Perner, sich dem Handballcoach mit der schnellen Zunge professionell zu nähern.

Man traf sich im Leistungssportzentrum Südstadt. Prokop ob Perners Ankündigung, sie werde seine Motive analysieren, spontan besorgt: "Wie weit wird des gehen?" So weit, dass Tiger Prokop unter Perners Obhut zum Annaberger Stubentiger mutierte, der Besserung für Liese gelobt. Perner, fast bewundernd: "Er hat die letzten 14 Tage in den Medien dominiert. Das ist seit dem Amsterdamer Frühstück von Wolfgang Schüssel niemand mehr gelungen."

Perner: Wie geht es Ihnen, wenn Sie als emotionaler Neanderthaler dastehen?
Prokop: Die Leut, di mi kennen, wissen, wie ich bin. Die anderen sind mir wurscht, weil ich sie eh net kenn.

Perner: Gibt Ihnen eine Kampfsituation Kraft?
Prokop: Ja, immer.

Perner: War das schon so, als Sie ein Kind waren?
Prokop: Ich bin ein 40er Jahrgang. Das war sehr hart als Kind. Und ich bin streng aufgewachsen.

Perner: Was heißt streng?
Prokop: Meine Mutter war die beste Seele. Aber wenn sie gesagt hat, ich soll um sechs zuhaus sein und ich hab's nicht gemacht, dann hat's gescheppert. Das hab ich den Kindern weitergegeben.

Perner: Auch den "professionellen" Kindern? Den "Weibern, denen man in Orsch treten muss"?
Prokop: Bitte, in den Orsch treten steht nur im übertragenen Sinn. Das heißt nur lernen, sich zu überwinden und zu quälen, sonst werden sie keine Winner.

NEWS: Und wenn sie sich nicht genug bemühen?
Prokop: Ich gehe an die Grenzen meiner emotionalen Möglichkeiten, um die Leute da hinzubringen. Das kommt aus dem Bauch raus. Es kann sein, dass ich in der Halbzeitpause alle lobe, weil ich das Gefühl hab, sie machen wirklich alles. Ein anderes Mal zertrümmer ich einen Kasten und hab auch Erfolg damit.

Perner: Es geht um die Lust zu können, wo andere aufgeben?
Prokop: Das gibt Befriedigung. Zum Beispiel: Jetzt beginnt meine Fastenzeit, dass mach ich seit 20 Jahren. Kein Alkohol, kein Fleisch. Das ist überhaupt kein Problem für mich.

Perner: Da sollten Sie auch gleich auf markige Sprüche verzichten.
Prokop: Kein Problem. Ich werd vorsichtiger sein. Nicht wegen mir. Wegen der Liese. Dass man den Sager mit der Frau in der Küche so falsch verstanden hat, tut mir weh. Ich kämpfe für den Beruf Mutter. Frauen, die Kinder erziehen, sollten pensionsberechtigt sein. Und im Sport gibt es eben eine härtere Sprache.

NEWS: Jetzt werden Sie zitiert mit "Der Trainer sollte eigentlich die ganze Mannschaft schnackseln".
Prokop: Man erzählt sich solche Dinge über einen finnischen Langlauftrainer. Im Mannschaftssport ist das ohnehin nicht möglich. Eine gewisse Verliebtheit der Sportlerinnen nach oben zum Trainer hat etwas Motivierendes.

Perner: Sich bei der Leitfigur beliebt zu machen ist etwas Emotionales, hat aber mit genitaler Betätigung nichts zu tun. Es gibt Studien über sexuellen Missbrauch im Sport. Wenn Sie solche Sachen sagen, entsteht der Eindruck, dass Sie Grenzen überschreiten.
Prokop: Ich weiß, wo die Grenze ist.

Perner: Wenn die Gattin eines Ministers Trainerin wäre und sagte, Männer gehörten in die Eier getreten, würde Sie das stören?
Prokop: Nein, weil ich weiß ja, wie es im Sport ist. Das ist nur symbolisch gemeint.

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