Lebensmittelskandale von

Der große Schwindel

Vom Schummelschinken bis zum Gammelfleisch. Die größten Skandale der letzten Jahre.

Schweinekopf auf dem Schneidbrett © Bild: Corbis

Der Pferdefleisch-Skandal sorgt für landesweiten Missmut. Dass wir nicht immer bekommen, was uns per Etikett versprochen wird, ist allerdings nichts Neues. Man denke nur etwa an den Schummelschinken, an Analogläse, Form- oder Gammelfleisch. Wir geben einen Rückblick auf die Lügen und Skandale, die uns die Lebensmittelindustrie in den letzten Jahren serviert hat.

Erst letztes Jahr warnte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vor dem Verzehr einer Wildrohwurst, die von einem in Niederösterreich ansässigen Betrieb hergestellt wurde. Das Produkt war mit EHEC-Keimen verseucht. Jährlich werden rund 80 EHEC-Fälle in Österreich gemeldet. 2011 waren es 129. Dabei kam Österreich noch glimpflich davon. Die EHEC-Krise forderte in Deutschland über 50 Opfer. 4.000 Menschen erkrankten an dem Darmkeim, mehr als 800 davon schwer.

Getäuscht: Formfleisch

Im Jahr 2011 schockte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit einem Bericht über Formfleisch. Chicken Nuggets etwa bestünden nicht, wie man annehmen könnte, aus normalen Hühnerstücken, sondern oftmals aus "brätartig schaumiger, stärkehaltiger Masse mit Muskelfasern, gewachsener Skelettmuskulatur, Bindegewebe und Gewürzteilen", so das Magazin "Konsument". Dasselbe Schicksal trifft mitunter Rindsrouladen und Schnitzel. Gesundheitsschädlich ist Formfleisch nicht, eine viel zu kleine Kennzeichnung führt die Konsumenten allerdings oft in die Irre.

Geschummelt: Schinken und Käse

Fleißig geschummelt wird, wie im Sommer 2009 bekannt wurde, auch bei Schinken und Käse. Der sogenannte Schummelschinken ist, ebenso wie Formfleisch, nicht gesundheitsschädlich, sollte aufgrund seiner Zusammensetzung aber nicht als Schinken bezeichnet werden. Ein zu hoher Wasseranteil und zu viele beigemengte Bindemittel unterschieden ihn von echtem Schinken. Echter Käse wiederum ist daran erkennbar, dass Milch ganz oben auf der Zutatenliste rankt. Demgegenüber wird Analogkäse statt aus echter Milch aus einem Gemisch aus Eiweißpulver, Pflanzenfett, Wasser und Geschmacksverstärkern hergestellt.

Gefälscht: Gammelfleisch

Wesentlich gefährlicher war da schon der Gammelfleisch-Skandal. Im Spätsommer 2006 wurden vor allem in Deutschland hunderte Tonnen verdorbenes Fleisch sichergestellt. Dabei handelte es sich unter anderem um bis zu vier Jahre altes Fleisch, das per Etikett als frisch ausgewiesen und nach halb Europa geliefert wurde. Mehrere Tonnen gelangten auch nach Österreich. Zumindest ein Teil davon wurde verzehrt.

Gepanscht: Gammelkäse

Im Jahr 2008 erschütterte der Gammelkäse-Skandal den Lebensmittelmarkt. In Norditalien wurden 11.000 Tonnen verdorbener Käse mit frischen Produkten vermischt, zu Mozzarela, Gorgonzola oder Schmelzkäse verarbeitet und nach ganz Europa verkauft. Der ungenießbare Käse enthielt zum Teil bereits Würmer, Mäusekot und Rückstände wie Plastik oder Farbe von Etiketten.

Gefährlich: Listerien

Immer wieder in die Schlagzeilen geraten Listerien. Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch, Weichkäse, Räucherfisch oder rohes Fleisch und Geflügel können sowohl beim Melken und Schlachten ebenso wie in der Weiterverarbeitung verunreinigt werden. Anfang 2010 waren in Österreich und Deutschland acht Menschen nach dem Konsum von mit Listerien verseuchtem Quargel gestorben. Vor nicht einmal drei Wochen wurde ein Kärntner Fleischverarbeiter wegen Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Auftauchen von Listerien in dem Produkt "Kärntner Speckverhackertes" verurteilt.

So folgt ein Aufreger dem anderen. Einige ungewollt, andere wiederum bewusst herbeigeführt und vertuscht. Eines kann man allerdings mit Sicherheit sagen: Der Pferdefleisch-Skandal wird nicht der letzte Skandal sein, der die Lebensmittelindustrie erschüttert.

Kommentare

da ist die politik selbst schuld, kleine strafen und dann war's das. mehrjährige haftstrafen und geldstrafen von einigen 100.000 euro würden das stark eindämmen. muss einer zusperren ist es schade wegen de rarbeitsplätze aber die nächsten werden nachdenken.

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