Lawinenreicher Tag in Tirol befürchtet: Situation für Wintersportler "extrem heikel"

Warnstufe vier: Kein Fahren im ungesicherten Gebiet Schneedecke durch Sonneneinstrahlung geschwächt

Den lawinenreichsten Tag des Winters in Tirol befürchtet der Lawinenwarndienst in seinem Lagebericht. Die Situation für Wintersportler sei "extrem heikel". Es gelte die allgemeine Lawinenwarnstufe vier der fünfteiligen Skala. Es sei mit vielen spontanen Abgängen zu rechnen, die besonders im Westen auch ein größeres Ausmaß erreichen können, hieß es.

Im ungesicherten Skiraum sei extrem defensives Verhalten anzuraten. In einer Linie westlich des Wipptals musste auf Grund der zu erwartenden massiven Schwächung der Schneedecke durch die Sonneneinstrahlung oberhalb von etwa 2.000 Metern Stufe vier ausgegeben werden. Gefahrenstellen würden sich inzwischen in allen Hangrichtungen finden, weil der Sturm der vergangenen Tage überall zu Verfrachtungen geführt habe.

Es sei damit zu rechnen, dass in extrem steilen Bereichen anfangs auch kleine Schneerutsche abgehen, die in Folge zur Auslösung von Schneebrettern führen, hieß es im Bericht. Den Wintersportlern wurde dringend empfohlen, sich auf nicht zu steiles Gelände zu beschränken. Weiter im Osten seien die Gefahrenstellen nicht ganz so verbreitet. Vorsicht sei jedoch auch dort angebracht, vor allem in steilen Schattenhängen sowie in kammnahen Bereichen. Im südlichen Osttirol würden bei vorerst mäßiger Gefahr die günstigsten Verhältnisse vorherrschen.

Drei Skifahrer unverletzt geborgen
Drei Skifahrer sind bei zwei Lawinenabgängen im Tiroler Paznaun und im Zillertal mit dem Schrecken davon gekommen. Alle drei blieben unverletzt. Die erste Lawine hatte sich in Hochfügen im Zillertal gelöst. Ein Mann hatte vom Lift aus beobachtet, wie ein Skifahrer unter den Schneemassen begraben wurde. Der Verschüttete konnte sich nach ersten Informationen der Polizei selbst befreien. Wenig später lösten zwei Skifahrer im Bieltal bei Galtür eine zweite Lawine aus. Auch sie sprangen dem "weißen Tod" von der Schaufel. Sie konnten nach ersten Angaben der Einsatzkräfte unverletzt geborgen werden.(apa/red)