Klestils Russland-Reise zu Ende: Zum Abschied gab es zwei Hundewelpen als Geschenk

Klestil: "Putins Bilanz kann sich sehen lassen" PLUS: Die Bilder vom Klestil-Putin-Treffen!

Zum Abschluss seiner Russland-Reise haben Bundespräsident Thomas Klestil und seine Frau Margot Klestil-Löffler vom russischen Staatschef Wladimir Putin ein lebendiges Geschenk bekommen. Zwei weibliche Welpen - eine schwarz, eine weiß - der Rasse Labrador wurden Klestil überreicht. Er habe sich sehr gefreut, sagte Klestil vor Journalisten. Die Bilder der süßen Hundebabies finden Sie im Kasten rechts!

Olga (Rufname Ola) und Orchidea (Orchi) stammen vom jüngsten Wurf der Präsidenten-Hündin Conny. Klestil hatte Conny bereits bei einem Besuch Putins in Österreich kennen gelernt.

Klestil: "Putins Bilanz kann sich sehen lassen"
Bundespräsident Klestil hat zum Abschluss seines Russland-Besuchs lobende Worte für die Arbeit des russischen Präsidenten Wladimir Putin gefunden. "Die Bilanz kann sich sehen lassen", sagte Klestil am Sonntag in Moskau vor Journalisten. Klestil: "Die Richtung stimmt, Putin und Russland sind auf dem richtigen Weg, doch braucht es noch Zeit." Außerdem sei ihm, Klestil, nach den Unterredungen mit Putin klar geworden, dass die mit erstem Mai vollzogene EU-Erweiterung einige negative Konsequenzen für Russland nach sich ziehe.

So habe das größte Land der Erde durch den EU-Beitritt seiner unmittelbaren Nachbarländer (die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland, Estland) Nachteile bei der Zollpolitik, da es wesentlich niedrigere Zölle habe als sie im EU-Raum bestünden. Zweitens müsse Russland zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen die billigeren Gas-Preise für die eigenen Industrie auf Weltmarkt-Ebene bringen. Das würde für die veraltete Industrie, welche mehr Energie benötigt, negative Auswirkungen haben. Auch müssten nach dem EU-Kartellrecht die für Moskau bedeutenden Monopole im Lande, zum Beispiel der Gaskonzern Gazprom, zerschlagen werden, erklärte Klestil.

Löffler überreichte Spende an SOS-Kinderdorf
Präsidenten-Gattin Margot Klestil-Löffler hat der Präsidentin des Vereins SOS-Kinderdorf Russland, Jelena Bruskowa, eine Spende im Wert von 25.000 Euro übergeben, während sie gemeinsam mit der Ehefrau des russischen Staatschefs, Ludmilla Putina, am Sonntag das SOS-Kinderdorf Tomilino bei Moskau besuchte.

Der Betrag wurde während eines Weihnachtsfestes des Tiroler Unternehmens Swarovski, gesammelt, zu dem russische Kinder eingeladen wurden. Damit soll ein neues SOS-Kinderdorf in Moskau errichtet werden. Der Präsident von SOS-Kinderdorf, Helmut Kutin, meinte im Gespräch mit der APA, dass die Errichtung dieser Einrichtung noch von der Mitfinanzierung der Stadt Moskau abhänge. Kutin führte am Sonntag diesbezügliche Gespräche mit Ludmilla Putina.

Löffler-Klestil meinte, die österreichische Idee des SOS- Kinderdorfes habe weltweit Karriere gemacht. Sie brachte dabei ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass dieses in Planung befindliche Kinderdorf in Moskau bald entstehen werde. Putina erwiderte, dass der Grundstein dafür bereits gelegt sei.

Weltweit bestehen SOS-Kinderdörfer in insgesamt 131 Ländern, wobei es allein in der Russischen Föderation bisher vier gibt. Diese liegen in Tomilino in der Nähe von Moskau, in Puschkin bei St. Petersburg, Kandalakscha bei Murmansk sowie in Orjol. Die caritativen Einrichtungen betreuen Waisen-, Halbwaisen- sowie allgemein sozial bedürftige Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren. Das Kinderdorf in Tomilino besteht aus elf Einfamilienhäusern, der Platz reicht für 76 Kinder. (apa/red)