Kirche ist mit wenig Beliebtheit gesegnet: Institutionen-Vertrauen allgemein gesunken

Kirche belegt letzten Platz auf der "Sympathieskala" Großes Vertrauen in Gerichte, Polizei & Gewerkschaft

Kirche ist mit wenig Beliebtheit gesegnet: Institutionen-Vertrauen allgemein gesunken

Das Vertrauen der Österreicher in öffentliche Institutionen ist allgemein gesunken. Laut einer Erhebung der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS), deren vorläufiges Ergebnis bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde, ist vor allem die Kirche mit wenig Sympathie gesegnet. Sie befindet sich am letzten Platz der Beliebtheitsskala. Ganz oben auf der Vertrauensskala befinden sich die Gerichte gefolgt von Polizei und Gewerkschaften.

Von 1 bis 7 (höchstes Vertrauen) konnten die Österreicher die verschiedenen Institutionen bewerten. Hier hat die Kirche die Durchschnittsnote 3,15 erhalten und ist im Vergleich zu 2005 (3,59) hinter die Printmedien und die politischen Parteien gerutscht. Auch der Besuch von Papst Benedikt XVI konnte da nichts ändern. Für SWS-Vizechef Herbert Skarke hat die Visite nur den harten Kern der Katholiken bewegt, die allgemein konservative Linie des Oberhaupts der Katholiken schrecke aber immer mehr Menschen ab.

Polizei-Skandale
Dass die Polizei hinter die Gerichte (4,53) gerutscht ist, überrascht den SWS-Experten angesichts der jüngsten Skandale wenig, sie bekam eine Durchschnittsnote von 4,44 (2005: 4,84). Es folgen die durch den BAWAG-Skandal gebeutelten Gewerkschaften, die einen Absturz von 4,47 auf 3,76 hinnehmen mussten. Das Parlament erhielt die Note 3,65 (2005: 3,93). Auch Fernsehen und Radio befinden sich im freien Fall und liegen nun bei 3,41 (2005: 3,64), ebenso die Printmedien, die 3,32 Vertrauenspunkte erhielten (2005: 3,46).

Parteien im Abwärtstrend
Die Parteien wurden mit 3,21 benotet (2005: 3,34) und befinden sich ebenso im Abwärtstrend. Das langfristige Ergebnis zeigt allerdings auch, dass es im Jahr 2005 ein "Zwischenhoch" gegeben habe, so Skarke. Zwei Jahre zuvor sei das Vertrauen deutlich niedriger gewesen, was SWS-Obmann Heinz Kienzl auf den Wahlkampf zurückführt, zumindest was die politischen Lager betrifft: "Das ist schlicht und einfach das Ergebnis der Parteipropaganda."

Diese vorläufigen Zahlen sind Teil eines groß angelegten Demokratie- und Toleranzmonitorings der SWS, dessen Ergebnis im kommenden Jahr veröffentlicht wird.

(apa/red)