Kindesmisshandlung:
Mutter verurteilt

Psychisch kranke Frau fügt ihrem einjährigen Sohn 18 Knochenbrüche zu

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Vorarlberg - Kindesmisshandlung:
Mutter verurteilt

Die Vorwürfe gegen die Frau kamen im November 2012 auf. Sie brachte ihren damals einjährigen Sohn wegen einer Oberschenkelfraktur ins Krankenhaus Dornbirn. Zahlreiche ältere Brüche veranlassten die Ärzte dazu, Anzeige zu erstatten. Die Mutter bestreitet, ihren kleinen Sohn verletzt zu haben. Gegenüber der Polizei erklärte sie, dass Bekannte, die sich zeitweise um das Kind kümmerten, die Verletzungen verursacht haben könnten.

Zeugen beeinflusst

Beim Prozessauftakt im Juli 2013 kam zutage, dass die Frau einige Zeugen angestiftet hatte, zu ihren Gunsten auszusagen. Der Prozess wurde vertagt, weil weitere Zeugen gehört werden sollten. Zudem setzte die Verteidigung die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens der Frau durch. Gerichtspsychiater Reinhard Haller erklärte am Dienstag vor Gericht, dass die Frau zurechnungsfähig sei, wenngleich mit Einschränkungen. Sie leide an dem seltenen "Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom", einer psychischen Störung, bei der Mütter ihre eigenen Kinder verletzen oder Krankheiten bei ihnen hervorrufen, um sie dann zum Arzt zu bringen. Damit versuchen sie als vermeintlich fürsorgliche Mutter Aufmerksamkeit zu erzwingen. Die Störung ist laut Haller äußerst selten.

Das Gericht sprach die Vorarlbergerin wegen Quälens von Unmündigen sowie Anstiftung zu falscher Beweisaussage schuldig. Sie wurde zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt, acht Monate davon unbedingt. Die Verteidigung erbat sich Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab zunächst keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig. Der Bub und seine ältere Schwester sind seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Mutter in der Obhut der Behörden.

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