Ivica Kostelic ein unzufriedener Favorit:
"Super-Kombi ist ein Schlag ins Gesicht"

Abfahrtsleistungen werden über Gold entscheiden Benjamin Raich aus ÖSV-Sicht Podest-Anwärter

Ivica Kostelic ein unzufriedener Favorit:
"Super-Kombi ist ein Schlag ins Gesicht" © Bild: GEPA/Grebien

Fünf Tage später als geplant aber unverändert mit den gleichen Medaillenanwärtern fahren am Sonntag die alpinen Ski-Herren um Gold, Silber und Bronze in der olympischen Super-Kombination. Schaut man auf den Ausgang der Herren-Abfahrt in Whistler Creekside, dann hat sich Ivica Kostelic zum Top-Favoriten gemausert. Der Kroate ist allerdings ein Verfechter der klassischen Kombination. Die einzige, die es im Weltcup überhaupt noch gibt, fand im Jänner in Kitzbühel statt und wurde von ihm gewonnen.

In der Spezialabfahrt auf der "Dave Murray"-Strecke hatte Kostelic als 18. nur 1,18 Sekunden Rückstand auf den Schweizer Sieger Didier Defago und nur 1,09 auf den drittplatzierten US-Amerikaner Bode Miller. Der hat die Super-Kombi in Wengen gewonnen, ist aber im Slalom stets ein Wackelkandidat ist. Ebenfalls Anwärter auf den Sieg sind der mit dem Abfahrtsausgang unzufriedene Schweizer Carlo Janko (11./+0,71) und der Österreicher Benjamin Raich, für den ÖSV gehen weiters Romed Baumann, Hannes Reichelt (verletzt, Entscheidung fällt kurzfristig) und Georg Streitberger an den Start.

"Schlag ins Gesicht"
"Ich konzentriere mich jetzt voll auf die Super-Kombination. Ich muss versuchen, den Abstand zwischen mir und den besten Abfahrern gering zu halten. Alles was unter einer Sekunde ist, ist akzeptabel", sagte der 30-jährige Kostelic, der die Reduzierung des Kombination auf eine Super-Kombi als "Schlag ins Gesicht der Slalomfahrer" bezeichnete und nichtsdestotrotz nun auf der Piste die Chance bekommt, seine Meinung zu vergolden - oder zu revidieren.

2006 in Turin hat sich Kostelic in der noch aus einer Abfahrt und zwei Slalomdurchgängen bestehenden Kombination dem US-Amerikaner Ted Ligety geschlagen geben müssen. Nach der Abfahrt hatte Miller geführt, nach dem ersten Slalom-Teil Raich vor Kostelic und Ligety und am Ende stand Ligety vor Kostelic und dem Kärntner Rainer Schönfelder ganz oben.

Der Pitztaler Raich war ausgeschieden, wie übrigens auch bei den Weltmeisterschaften 2009 in Val d'Isere, als er aber bereits in der Abfahrt strauchelte. Es gewann der Norweger Aksel Lund Svindal vor dem Franzosen Julien Lizeroux und dem Kroaten Natko Zrncic-Dim. Vor einem Jahr war der Katzenjammer im ÖSV-Lager groß gewesen, hatte es doch nach den drei ersten Rennen in Hochsavoyen - Abfahrt, Super-G und Super-Kombi - noch keine Medaille gegeben. Der Gewinn einer Super-G-Medaille am Freitag sollte Raich und Co. für die Kombi Last von den Schultern nehmen.

(apa/red)