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Islamische Kindergärten:
Die Fakten im Überblick

Konsequenzen bis zur Schließung - Islamische Glaubensgemeinschaft empört

Kindergarten © Bild: Corbis

Die vom Integrationsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung zu islamischen Kindergärten und -gruppen in Wien erregt die Gemüter. Während die Stadt Wien zu "Konsequenzen bis zur Schließung" bereit ist, kritisiert die Islamische Glaubensgemeinschaft die Studie als unmenschlich. Was genau steckt hinter der Untersuchung? Die wichtigsten Fakten.

Die Vorwürfe im Überblick

Zwar vermerkt die Vorstudie, dass es durchaus Bemühungen gebe, ein "normaler" Kindergarten zu sein, allerdings wird neben dem offiziellen Angebot in fast allen untersuchten Einrichtungen mit einem gesonderten in der Regel in der Muttersprache verfassten Curriculum gearbeitet, das von einem in den Koranschulen kaum zu unterscheiden sei. Unterschiedlich ist der Gebrauch der deutschen Sprache. Teilweise ist die Muttersprache gar nicht erlaubt, teilweise fast ausschließlich in Verwendung.

Kritisch im Bereich der Pädagoginnen wird angemerkt, dass unterschiedliche Kenntnisse der deutschen Sprache vorlägen. Zudem ist in keiner einzigen der untersuchten Kindereinrichtungen ein Mann engagiert. In einer Ausschreibung werden Frauen mit Kopftuch zur Bewerbung motiviert und ihre Vorbildrolle hervorgehoben. Besonders kritisch wird der Bereich der religiösen Erziehung betrachtet, wo traditionelle Bilder dominierten. Kinder würden mit einem veralteten Sündenverständnis eingeschüchtert. Selbstständiges Denken und Handeln sei verpönt. Wird die Erwartungshaltung der Eltern in religiöser Sicht nicht erfüllt, werden die Kinder abgemeldet.

Bei den Trägern der untersuchten Einrichtungen werden teils extremistische Gruppen als Hintermänner vermutet. Interreligiöser Dialog finde de facto nicht statt. In Wien gibt es rund 150 islamische Kindergärten und Kindergruppen. Rund 30 davon wurden bis dato untersucht.

Konsequenzen bis zur Schließung

Sebastian Kurz trifft am Donnerstag die Wiener Stadträtinnen Sonja Wehsely und Sandra Frauenberger, um die "Vor-Studie" zu islamischen Kindergärten zu besprechen. Auch Ednan Aslan vom Institut für islamische Studien der Uni Wien, das die Untersuchung durchgeführt hat, wird dabei sein. Es soll über die weitere Vorgangsweise beraten werden. Man brauche die Kooperation der Stadt Wien "für eine flächendeckende Begutachtung und Kontrolle der islamischen Kindergärten", betonte der Sprecher des Ministers. Ziel sei es, dass Aslan mit seinem Team umfassenden Zugang erhält, damit er eine umfassende Studie erstellen könne.

Wehsely wiederum forderte Kurz auf, jetzt "die konkreten Fälle rasch an mich zu übermitteln". Klar sei, dass sich alle Kindergärten an die Spielregeln halten müssten. Sollten das Wiener Kindergartengesetz und der Wiener Bildungsplan nicht eingehalten werden, werde es "Konsequenzen bis zur Schließung geben", betonte die Stadträtin: "Hier geht es um den Schutz der Kinder, weshalb wir hier keine Zeit verlieren dürfen."

Die Reaktion der Islamische Glaubensgemeinschaft

Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat sich enttäuscht gezeigt, dass muslimische Kindergärten extra untersucht werden. In einem demokratischen Land dürfe man die Bürger nicht nach Glauben qualifizieren, das sei "undemokratisch und auch unmenschlich", meinte IGGiÖ-Präsident Fuat Sanac. Für alle Kindergärten gelten dieselben Gesetze, betonte er. Die Stadt Wien erteile nach einer Prüfung die Genehmigung und kontrolliere die Einrichtungen. In den Kindergärten, die er besucht habe, werde grundsätzlich Deutsch gesprochen, erklärte Sanac, außer es gehe beispielsweise um Tischgebete oder bestimmte Begriffe aus dem Koran. Den Vorwurf, dass einige Kindergärten einen salafistischen Hintergrund hätten, nannte er lächerlich.

ÖVP Wien fordert Untersuchungskommission

Die Wiener ÖVP fordert "Aufklärung". Parteichef Gernot Blümel kündigte einen Antrag auf Einsetzung einer Untersuchungskommission im Gemeinderat an. Zudem müsse "endlich Schluss sein mit Schönfärberei" - und alle Einrichtungen, die gegen unsere Grundwerte und Leitkultur verstoßen, umgehend geschlossen werden. Solche Einrichtungen sollten gar nicht erst entstehen dürfen und "schon gar nicht gefördert werden". Wien müsse "Parallelgesellschaften bekämpfen und vermeiden, statt zu unterstützen". Nötig seien Transparenz und dichte Kontrolle, die Stadt Wien müsse sich aktiv an Studien, Überprüfung, Aufarbeitung beteiligen, meinte Blümel.

So sehen die Kontrollen aus

Kindergärten und Gruppen, egal ob städtisch oder privat, werden mindestens einmal pro Jahr unter die Lupe genommen. Das geht vom pädagogischen Konzept über die Sicherheitsauflagen - etwa versperrbare Fenster - bis hin zum Angebot an Spielsachen und zur Kontrolle, ob wirklich jenes Personal dort arbeitet, das angegeben ist. "Eine Überprüfung dauert mehrere Stunden. Wir gehen mit einem sehr kritischen Auge durch die Kindergärten", versicherte Herta Staffa, Sprecherin der zuständigen MA 11. Zusätzlich geht man "Auffälligkeiten oder Beschwerden" sofort nach. "Wenn Mängel im baulichen, sicherheitstechnischen oder pädagogischen Bereich klar werden, schauen wir uns an, was und wie man das beheben muss", erklärte die Sprecherin. Danach kommt es zu einer Nachprüfung, ob die Schritte auch umgesetzt wurden.

Schon vor der Bewilligung eines Antrages eines Kindergartenbetreibers gebe es eine Überprüfung beim Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Neben der jährlichen Überprüfung gebe es seit September 2014 das Wiener Netzwerk für Deradikalisierung und Prävention, das rund 2.000 Pädagogen, Sozialarbeiter und Jugendarbeiter geschult habe.

Kommentare

Ja, das ist halt so in Österreich. Es wird denen alles ermöglicht und finden dann noch ein Haar in der Suppe wenn Kontrollen statt finden... Zitat Aristoteles: "Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft"

LH Niessl aus dem Burgenland hat weder Ampelpärchen noch radikale moslemische Kindergärten.
Solche Politiker braucht das Land!

higgs70

Ich dachte immer Religion war Privatsache. Was hat Religionsunterricht, egal welcher Konfession, überhaupt an staatlichen Bildungseinrichtungen verloren? Kann man nicht wenigstens die Kinder zusammenhalten, muss man schon so früh anfangen zu spalten?

Aber das wonach viele geifern, dass man nur das Islamische verbietet, geht halt verfassungsrechtlich nicht. Man könnte zwar ein Gesetz erlassen, das Religion grundsätzlich aus Kindergärten und Schulen verbannt, aber einer bestimmten Religion kann mans nicht selektiv verbieten. Und wenns Tabula rasa machen und alles dem Staat unterstellen, geben ihnen zumindest die Katholiken eins mit dem Konkordat aufs Happel, abgesehen davon beginnt dann die leidige Diskussion ums Kreuz an den Wänden wieder. Und solange kein Rechtsbruch vorliegt, wird man sich ein Verbot oder eine Schließung wohl aufmalen können. Und das weiß man halt erst, nachdem mans sich gründlich angeschaut hat und nicht schon vorher. Deshalb sind vorauseilende propagandistische Drohgebärden überflüssig wie ein Kropf.

Hauptsache wir werden am Flughafen bei der Ausreise mehrmals überprüft.
Offene Grenzen und was im eigenen Land passiert ist diesen Menschen egal.

Oberon
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WAS ist an einer Studie denn so unmenschlich? Es gibt schließlich gute Gründe, sich über islam. Einrichtungen den Kopf zu zerbrechen. Diese Glaubensgemeinschaft sollte sich lieber bei ihren extrem auffälligen Glaubensbrüdern- und -schwestern bedanken und auch bei den offensichtlich mehr als genug fundamentalistisch geführten Kindergärten. So etwas brauchen wir nicht in Österreich! Meiner ....

Oberon
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... Meinung. EINE Kontrolle im Jahr ist zu wenig, vermutlich auch noch angekündigt. Es muss sich grundlegend etwas an der Einstellung der betroffenen Menschen ändern, wenn sie in unserem Land friedlich und akzeptiert leben wollen. Aufrührer und mittelalterliche Ansichten sind nicht willkommen! Keine andere Glaubensgemeinschaft fällt in Ö so oft und so unangenehm auf, wie die islamische....

Oberon
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* Ebenfalls öfters Kontrollen bei kath. Kindergärten, wie der letzte Vorfall - Diakonie/20.Bez. - gezeigt hat.

Nudlsupp melden

Doch, die katholische Kirche ist in Österreich bisher viel öfters und viel schwerwiegender aufgefallen. Und wir reden da nur von der Spitze des Eisberges. Vom Verhalten danach mal ganz abgesehen.

drowhunter melden

@22222 - wie? du meinst die restlichen lächerlichen 1,8 Milliarden Muslime dieser Welt sollen sich Gedanken über die 200 Depperten in Europa und die paar tausend Depperten in Syrien machen? Geh bitte. Hast du dir Gedanken über Breivik gemacht? Machst du dir Gedanken über die christlichen Schlächter von Muslimen in Zentral-Afrika oder Uganda? Oder die christlichen Tipura oder Nagaland in Indien?

Oberon
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@drowhunter, von IHNEN möchte ich mit "Sie" angesprochen werden. Zu Ihrer letzten Frage: Ja, das tue ich, natürlich nur, wenn ich davon weiß! Das muss Ihnen genügen.
Zwischen den Zeilen gelesen... Sie unterstellen mir Vorurteile Muslimen gegenüber, arbeiten Sie lieber an Ihren den Christen gegenüber.
Ihr Ton ist ausgesprochen aggressiv. Können oder wollen Sie nicht anders?

Oberon
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@Nudlsupp, meinen Sie mich? Stimmt, soweit ich das beurteilen kann, aber - unsere Katholiken müssen wir uns leider behalten. Als ehemaliger Katholikin sind mir Pfarrer der ganz speziellen(!) Sorte ebenfalls ein Dorn im Auge, da mache ich keinen Unterschied. Denn - ich sehe auf beiden Augen gleich gut.
Eine Frage: Sind SIE Moslem? Bei Kritik hier im Forum sind Sie immer auf ihrer Seite.

Tavington melden

ja, er hat schon irgendwann erwähnt, dass er aus bosnien ist.

Nudlsupp melden

Abgesehen davon, daß die Glaubensrichtung hier keine Rolle spielt, nein, ich bin vor ca. 20 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten, und seitdem konfessionslos. Ich bin auf der Seite der Menschen, die sich nichts zuschulde haben kommen lassen. Und wenn in Wien ein paar Hundert Tausend Moslems rum springen, und keiner von denen in der Innenstadt sich nicht mit einem Sprengstoffgürtel .....

Nudlsupp melden

in die Luft jagt, dann hat man all diese Menschen nicht ins kriminelle Eck zu stellen und als Terroristen abstempeln. So was gehört sich einfach nicht. Schuld ist etwas Individuelles. Und darauf wird speziell bei anderen Kulturen gerne vergessen. Und darauf weise ich nun mal immer und wieder hin. Wir haben diesen pauschalen Terrorverdacht weder gegen die Briten, noch gegen die Spanier ......

Nudlsupp melden

in der Vergangenheit zugelassen. Und die haben es auch richtig "krachen" lassen. Also reicht es, wenn wir bei der Wahrheit bleiben .So auch beim aktuellen Posting, Vertreter der katholischen Kirche, hat hier in diesem Land deutlich mehr Menschen verletzt, als Vertreter der islamischen Kirche. Ist es in Ihrer Weltanschauung schon verkehrt, die Wahrheit zu sagen?

Nudlsupp melden

@Tavington: netter Versuch. :-) ... passt aber zu Ihnen

Oberon
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@Nudlsupp, es fällt mir schwer, mit Ihnen einen Dialog zu führen, da Sie immer wieder mit speziellen(!) Schlagworten kommen. Heutiges Beispiel: Weltanschauung. Sie stellen jeden user, der kriminelle Ausländer/Migranten/Asylwerber sachlich-korrekt kritisiert, sofort ins rechte Eck, ohne zu differenzieren. Bei mir wussten Sie bereits nach einigen postings, WER ich bin. Fairness ist für Sie ein....

Oberon
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....Fremdwort. Vorurteile, einheimischen Österr. gegenüber, beherrschen Ihr Leben, und bei manchen Artikeln auch dieses Forum. Sie mögen uns nicht, das habe ich Ihnen irgendwann schon einmal gepostet. Dass Sie das Land lieben (Ihre Worte), glaube ich Ihnen sogar. Das reicht aber nicht, da Ihre
Abneigung uns gegenüber spürbar ist. DARUM habe ich Sie für einen Moslem gehalten, die Kritik......

Oberon
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.... ihnen gegenüber oftmals als Angriff werten und sich sofort ungerecht behandelt vorkommen. Ansonsten - Religion ist mir egal!
* Erst wenn man alle bei uns lebenden Volksgruppen gleich kritisieren darf(!), ohne für mögliche Untaten dieser abschwächende Worte zu finden, erst dann ist Integration geglückt.
Fazit: Kein Generalverurteilen, aber auch kein in Watte packen.

Es ist eher ein Wahnsinn für was Steuergeld ausgegeben wird. Dazu kommt,wie man hört auch TV Sendungen auf Türkisch. Unsere Regierung soll endlich abdanken.

Gratulation, das hört sich ja mal vernünftig an. Abgesehen natürlich davon, dass es solche Kindergärten nicht geben dürfte, aber OK, so sieht's eben aus derzeit.
Was ist denn an der Kontrolle eines Kindergartens "unmenschlich"? Würden Chinesen ihre eigenen Kindergärten in Wien eröffnen, würden sie genauso durch die Lupe genommen werden. Und kein Deutsch sprechen ist eben inakzeptabel.

christian95 melden

Wien hat sich diese politischen Vertreter gewählt.
Wien verdient nichts anderes.
Wer Häupl mit Grün wählt kann sich keinen "Orban" erwarten. Nur wer Veränderung wählt ändert etwas.

Nudlsupp melden

Und wer Orban und die Ungarn so hoch schätzt, und Österreich permanent so verächtlich macht, sollte für sich selbst vielleicht mal nachdenken welche Schlüsse er hinsichtlich seines Lebensmittelpunktes daraus ziehen könnte. Nachdem Sie immer noch hier sind, kann es ja sooo scchlecht nicht sein bei uns. Ansonsten würden ja Heerscharen von Österreichern nach Ungarn und Polen ziehen.

christian95 melden

Neu ist das nicht ob in der DDR oder im ehemaligen Ostblock.... dort wurden von den "linken" Kommunisten Menschen auch zwangsweise des Landes verwiesen.

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