Fakten von

Gehen uns bald die Sargträger aus?

Immer weniger Leute wollen den Job übernehmen. Bestatter helfen sich gegenseitig

Fakten - Gehen uns bald die Sargträger aus? © Bild: Andrew Milligan - WPA Pool/Getty Images

"Nachwuchssorgen" auf dem Friedhof: Während sich früher viele Pensionisten mit als Sargträger etwas dazuverdient haben, gehen sie heute vermehrt anderen Interessen nach und melden sich nur noch selten dafür. Die Folge ist ein Personalengpass bei den Bestattern. Die Bestatter-Bundesinnung kritisiert Zuverdienstgrenzen und zu hohe Lohnnebenkosten.

Körperlich überaus belastend, darüber hinaus ein hoher Anspruch an würdevolles Auftreten: Die Arbeit eines Sargträgers ist keine leichte. Und, wie der ORF Oberösterreich nun berichtet, offenbar auch keine allzu beliebte mehr: Die Bestatter leiden unter einem Personalengpass. Denn obwohl es auch noch vorkommt dass Verwandte oder Freunde den Verstorbenen zur "letzten Ruhe" geleiten, findet sich dafür nicht immer jemand. Dann muss das Bestattungsunternehmen Sargträger stellen.

Senioren wollen ihren Ruhestand genießen

Mit dieser Aufgabe hätten sich Pensionisten früher oft ein "kleines Zubrot" verdient, sagte Oberösterreichs Landesinnungsmeister Heinrich Walter dem ORF. Heute sei das aber kaum noch der Fall: Man wolle seinen Ruhestand eher genießen, die Senioren gehen anderen Interessen nach. Und das nicht nur in Oberösterreich: "Das ist ein österreichweiter Trend, er zeichnet sich seit Jahren ab", bestätigt Rainer Wernhart, Sprecher der Bundesinnung der Bestatter, Region Ost.

Auch Wernhart spricht davon, dass die Pension heute anders genutzt werde. Er ist aber voll des Lobes für jene, die die Arbeit noch übernehmen: "Wer es macht, der macht es mit Würde. Für viele ist das ja auch ein Dienst an den Mitmenschen", erzählt der Bestatter. Eine Mitschuld an dem Mangel gibt er den Zuverdienstgrenzen in der Pension und zu hohen Lohnnebenkosten. Neben einem anderen Job würde sich eine Arbeit als Sargträger einfach nicht mehr auszahlen. Und das treffe vor allem kleine und mittlere Unternehmen, denn bei wirklich großen Bestattern (wie der Bestattung Wien) seien auch Sargträger meist fest angestellt.

Studenten und Arbeitslose helfen aus

An Stelle der Senioren würden heute eher Jüngere die Arbeit machen, etwa Studenten oder Arbeitslose, die sich ja auch in einem gewissen Rahmen etwas dazuverdienen dürfen. Die Situation sei daher noch nicht "dramatisch", meint Wernhart; "Es geht bergauf und bergab". Die Bestatter würden sich auch gegenseitig mit Sargträgern aushelfen. Laut ORF verdient ein Sargträger etwa zehn bis 15 Euro in der Stunde, bei manchen Firmen gebe es auch eine Pauschale pro Beerdigung.

Kommentare

gfrast51

Als Pensionist wird man abgezockt wenn man dazu verdient

Zeitgeist melden

die Arbeit ist anstrengend, da gebe ich Ihnen recht!!
Ich aber schleppe auf Baustellen auch 37kg Sockel, das in jeder Hand, soviel zu anstrengend!!!
Dann sollen die Bestatter die Leute richtig bezahlen!! Ein Problem weniger!!!

Oberon
Oberon melden

Wollen Sie nicht auch wechseln? Physisch starke Männer kann die Branche sicher gut gebrauchen!

christian95 melden

Wir haben eine Rekordarbeitslosigkeit, aber das AMS findet niemanden der als Sargträger mithilft....

Oberon
Oberon melden

Das ist richtig, aber bei dieser Tätigkeit kommt es auch auf würdevolles Auftreten an. Wer kein Benehmen hat, Kaugummi kaut oder neben dem Sarg ausspuckt, ist ungeeignet. Außerdem ist diese Arbeit körperlich anstrengend...

Retards melden

also fallen alle 500 000 weg :)

Oberon
Oberon melden

Seltsam, von den meisten usern bekommt man nur dann Antwort, wenn etwas nicht passt.
Anm.: Bewerben Sie sich doch selber! :-)

Angie624 melden

Das Problem bezüglich AMS wird wohl sein, dass diese ihre Klienten in Vollzeitbeschäftigungen vermitteln (außer Frauen mit Betreuungspflichten). Und die kleinen Bestattungsunternehmer benötigen keine Vollzeitmitarbeiter. Wenn jemand dies aber nur als Teilzeit machen würde, würde er nicht genügend Geld für die eigene Existenz verdienen und die AMS-Gelder fallen trotzdem vollkommen weg.

Angie624 melden

Teil 2: Alternative wäre endlich eine flexiblere Gestaltung der AMS-Gelder. Wenn jemand einen 20-Stunden-Job annimmt, kriegt er z.B. immer noch etwas mehr als die Hälfte des AMS-Geldes (als Anreiz). Das AMS würde sich dadurch Geld sparen und der AMS-Gemeldete tut was.

Oberon
Oberon melden

@Angie624, das liest sich alles logisch nachvollziehbar. Darauf hätte ich selber auch kommen können. ;-)

Seite 1 von 1