Im Gebirgsland Tirol lebt man am längsten: Nur zwölf Prozent der Fläche sind bebaubar

Männer werden rund 79 Jahre und Frauen 83,5 Jahre Zwischen Andreas Hofer und Weltraumtechnologie

Im Gebirgsland Tirol lebt man am längsten: Nur zwölf Prozent der Fläche sind bebaubar © Bild: APA/Schneeberger

Mit 12.648 Quadratkilometern Fläche ist Tirol das drittgrößte Bundesland Österreichs. Noch vor wenigen Jahrzehnten von agrarischen Strukturen dominiert ist das "Land im Gebirge" heute vor allem durch den Tourismus mit mehr als 41 Millionen Übernachtungen (2006) Dienstleister und das tourismusintensivste Bundesland. Neben Schützen und der Pflege des Andreas Hofer-Mythos gibt es High-Tech-Industrie, die unter anderem für die Weltraumtechnologie produziert. Und zumindest nach der Statistik leben die Tiroler im Bundesländervergleich am längsten: Männer werden fast 79 Jahre alt, Frauen im Schnitt sogar 83,5 Jahre.

Nur zwölf Prozent der Landesfläche sind besiedelbar, zwei Drittel sind Berge und Wälder. Das führt unter anderem zu hohen Grundstückspreisen vor allem in den Ballungsräumen, begünstigt durch einen weiter anhaltenden Zuzug. Laut Statistik Austria nahm die Bevölkerung Tirols zwischen 1990 und 2007 um 13,3 Prozent zu, österreichweit lag diese Zahl bei 8,6. Mit 467 Quadratkilometern hat Sölden im Bezirk Imst die größte Gemeindefläche Österreichs. Gramais im Außerfern ist mit nur 63 Einwohnern Einwohnern der kleinste Ort österreichweit. Die Landesstatistik zählte 2007 700.427 Einwohner.

Tourismus belebt
Im EU-Vergleich liegt Tirol bei der Arbeitslosigkeit mit 5,5 Prozent (2006) unter dem Österreich-Schnitt von 6,8 Prozent. Politisch kritisiert wird immer wieder, dass das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte unter dem Österreich-Schnitt liegt bei deutlich höheren Lebenserhaltungskosten.

Ohne Tourismus wären in Tirol heute wohl viele Täler zumindest wesentlich dünner besiedelt. Wichtigste Herkunftsdestination ist nach wie vor Deutschland. 38.000 der 286.000 unselbstständig Beschäftigten finden in der Industrie einen Arbeitsplatz. Plansee in Reutte oder Swarovski in Wattens sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Marken. Nur noch vier Prozent der Bevölkerung werden dem politisch einflussreichen Bauernstand zugerechnet. 15.000 Betriebe zählt die Landwirtschaftskammer, Tendenz abnehmend bzw. werden diese zunehmend im Nebenerwerb bewirtschaftet. Zehn Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt, 2006 gab es dafür rund 127 Millionen Euro an Förderungen.

Traditionsreiches Land
Vor allem im außerstädtischen Bereich wird das Vereinswesen hoch gehalten. 15.000 Musikanten sind in 300 Blasmusikkapellen organisiert. Mehr als 30.000 freiwillige Feuerwehrleute zählt das Land. Dazu kommen 14.000 Schützen in 233 Kompanien.

Die Landesgeschichte ist untrennbar mit dem Freiheitskämpfer Andreas Hofer verbunden. Für 2009 sind zum 200. Jahrestag der Bergiselschlachten gegen Bayern und Franzosen zahlreiche offizielle Feiern in Nord- und Südtirol geplant. Seit dem EU-Beitritt Österreichs versuchen Südtirol und das Trentino, die nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien geschlagen wurden, in der sogenannten "Europaregion" wieder stärker mit Nordtirol zusammenzuarbeiten. Dazu zählen unter anderem Verkehrsfragen, mit mehr als zwei Millionen Lkw-Fahrten über den Brenner ein Dauerthema. Zwischen Nord- und Südtirol soll in den nächsten Jahrzehnten auch der viel diskutierte Brennerbasistunnel realisiert werden, mit geplanten 62 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt.

(apa/red)