HOUSTON von

Tödliches Messie-Haus

Frau infiziert sich bei Messie-TV-Doku mit tödlichem Hantavirus

Frau infisziert sich mit Hantavirus © Bild: Thinkstock

Das Team der US-Messie-Serie "Hoarding: Buried Alive" hat schon vieles gesehen, aber ein Haus in Houston übertraf alles: eingetrocknete Ausscheidungen, Ratten, stinkender Müll bis an die Zimmerdecke. Eine der wohltätigen Helferinnen hat sich bei der Putzaktion mit dem tödlichen Hantavirus infiziert.

Zeitungsberge, leere Milchpackerl und Joghurtbecher stapeln sich in den Zimmern. Einzelne Räume sind nicht begehbar, statt dem eigenen Klo wird die Toilette vom Wirt im Erdgeschoß benutzt. Messies leben einen Alltag, den sich selbst die schlampigsten Chaoten nicht vorstellen können. Die meisten haben einen unauffälligen Beruf, sind sehr freundlich, durchaus auf körperliche Hygiene bedacht und sensibel.

Extremer Fall von Nagetier-Befall

Das 29-köpfige Team des Discovery Channels rückt an, wenn schon alles zu spät ist und die Häuser unbewohnbar geworden sind. Oft benötigt das Team an professionellen Putzkräften und freiwilligen Helfern Wochen, um das Haus wieder herzurichten. In einem Haus in Montgomery County bei Houston (Texas) fand bei einer besonders schwierigen Putzaktion das Drama seinen Lauf.

Neben den Putzkräften halfen Freiwillige, darunter auch die Tochter des Eigentümers, beim Aufräumen. Letztere wurde danach positiv auf das gefährliche Virus getestet. Die Behörden stellten das Haus daraufhin unter Quarantäne. "Wir haben es hier mit einem extremen Fall von Nagetier-Befall zu tun", warnt die lokale Gesundheitsbehörde laut dem US-Sender "Fox", "Es gibt massive Hinweise auf Mäuse, Beutelratten, andere Nager und Schlangen." Ein Sicherheitsmann bewacht jetzt das völlig verseuchte Anwesen.

Hantavirus in Österreich

Rötelmäuse sind die Überträger des Puumalavirus. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen kommt es zu hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen. In der Folge werden häufig Bauch-, Lenden- und/oder Rückenschmerzen angegeben. Auch Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfälle können in der Frühphase auftreten. Vier bis zehn Tage nach Krankheitsbeginn kann auch Nierenversagen eintreten.

Die Sterblichkeit wird mit 0,2 Prozent angegeben, eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Seit der Entdeckung der Krankheit (1993) wurden in den USA insgesamt 587 Hanta-Fälle registriert, davon rund 60 in Kalifornien. Laut Stephan Aberle vom Institut für Virologie in Wien wurde in Österreich bisher noch nie eine Infektion mit der US-Variante registriert.

Das in Österreich vorkommende Hantavirus ist nicht so gefährlich wie jenes in den USA, die Zahl der gemeldeten Infektionen ist in Österreich allerdings stark gestiegen: Während im bisherigen Rekordjahr 2007 "nur" 78 Personen erkrankten, sind es heuer bis Ende Juli bereits rund 180 gewesen.

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