Überschwemmung von

Hochwasser-Drama in Taxenbach

23-Jährige wird von Mure mitgerissen - Cousine von Opfer spricht über Tragödie

Hochwasser-Drama in Taxenbach: 23-Jährige von Mure mitgerissen. © Bild: APA/EPA/JUERGEN FEICHTER

Trauer nach der großen Flut: Samstagfrüh rammt eine gewaltige Mure das Auto von Evelyn K. (23) und ihrer Schwester Bianca (24). Die Geschwister werden in den reißenden Bach neben der Straße geschleudert. Sekunden später kämpfen sie in den Wassermassen um ihr Leben - nicht weit entfernt vom Elternhaus in der Gemeinde Taxenbach, dem Ziel der beiden Frauen. Während die ältere Schwester überlebt, fehlt von Evelyn K. bisher jede Spur.

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Die Cousine des Opfers, Heidi H. erfährt am Sonntag von der Tragödie. "Als meine Eltern am 2. Juni um 17.40 Uhr mit Tränen in den Augen in meine Wohnung gekommen sind, hatte ich Herzrasen", berichtet sie. "Mein Vater sagte: 'Es ist ein Unglück geschehen!'" Ihre Eltern überbringen ihr die Schreckensnachricht: Evelyn K., Mutter eines kleinen Mädchens namens Isabelle, ist von einer Mure erfasst worden und seitdem verschwunden.

"Sie hatte sie noch an der Hand"

"Ihre Schwester konnte sich Gott sei Dank retten", schildert Heidi H. Die Geschwister haben Seite an Seite gekämpft und versucht sich gegenseitig zu retten. "Sie (Bianca, Anm. der Red.) hatte sie noch an der Hand, konnte sie aber nicht lange halten. Die Strömung war stärker", sagt die Cousine des Opfers. Bergretter und Wasserretter haben seither tagelang intensiv nach der Vermissten gesucht - bisher ohne Erfolg. Die Suche ist auch für die Einsatzkräfte nicht ungefährlich. Es besteht die Gefahr, dass weitere Muren abgehen.

"Ich und meine ganze Familie wünscht sich nichts sehnlicher, als dass man sie lebendig wieder findet", sagt Heidi H. Dass Evelyn K. überlebt hat, glaubt aber auch die Familie nicht mehr. "Wir hoffen sehr stark darauf und beten, dass man sie überhaupt noch findet, damit wir uns alle von ihr verabschieden können. Momentan steht unsere Welt auf dem Kopf", teilt ihre Cousine mit. "Es ist einfach nicht zu fassen, was da passiert ist. Schrecklich und unfassbar....". Jede freie Minute verbringt sie damit, die Nachrichten zu durchforsten, in der Hoffnung, endlich zu lesen, dass man Evelyn und auch den 48-jährigem vermissten Landwirt aus Taxenbach endlich gefunden hat.

"Meine Enkelin ist jetzt im Himmel und wird von dort dafür sorgen, dass Isabelle ein gutes Leben haben wird – da bin ich mir sicher“, erzählt die Großmutter des Opfers, Margarete K., NEWS.

Mit den Familien der Opfer trauert auch ganz Taxenbach. Der Ort im Bezirk Zell am See ist von der Mure schwer verwüstet worden. Einige Häuser sind so stark zerstört, dass nie wieder jemand dort wohnen kann.

Mehr Informationen über die Hochwasser-Katastrophe finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als iPad-Version.

Spenden für Hochwasser-Opfer

Aufgrund der für viele Menschen dramatischen Situation als Folge der heftigen Niederschläge in Österreich haben mehrere Organisationen Spendenkonten eingerichtet:

• Volkshilfe: PSK-Konto: 1 740 400, BLZ 60000, Kennwort: "Hochwasserhilfe". Auch online Spenden sind möglich: www.volkshilfe.at

• Diakonie. Gespendet werden kann online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.at/spenden oder via Überweisung mit dem Kennwort "Hochwasser", PSK, Kontonummer 23 13 300, Bankleitzahl 60 000.

• Caritas: Spendenkonten der Erste Bank, Kontonummer 01234560, Bankleitzahl 20111 sowie das Spendenkonto der PSK, Kontonummer 7.700.004, Bankleitzahl 60.000. Das Kennwort ist "Katastrophenfonds Österreich". www.caritas.at

• HILFE IM EIGENEN LAND: Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien AG; Ktnr: 12.200.002, BLZ 32000, Verwendungszweck: Hochwasser; www.hilfeimeigenenland.at

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