Heimkehrer-Treffen am Ulrichsberg ruhig: 1.000 Teilnehmer aus 16 Nationen kamen

Heuer wegen des Wahlkampfes keine Politikerreden

Beim 47. Heimkehrertreffen auf dem Ulrichsberg bei Klagenfurt gedachten etwa 1.000 Teilnehmer aus 16 Nationen der Opfer der beiden Weltkriege und des Kärntner Abwehrkampfes, die Veranstalter hatten auf 2.000 gehofft. Politikerreden gab es keine, da die Ulrichsberggemeinschaft auf Grund der bevorstehenden Nationalratswahl am 1. Oktober davon Abstand genommen hatte.

Die Veranstaltung verlief nach Angaben der Polizei ruhig und wurde nur von einer kleinen Gegendemonstration begleitet. Als Festredner fungierte der Obmann des Kärntner Abwehrkämpferbundes, Ex-FPÖ-LAbg. Fritz Schretter.

Schretter stellte seine Besorgnis über internationale Entwicklungen in das Zentrum seiner Ansprache. Ob im Kosovo oder im Libanon, "die Spirale der Gewalt dreht sich nach oben", erklärte Schretter. Er verteidigte die Feierlichkeiten am Ulrichsberg als Zeichen "für den Frieden und gegen den Krieg".

"Nie wieder Krieg", forderte auch der Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, der ehemalige SPÖ-LHStv. Rudolf Gallob und lobte die Europäisch Union als Friedensprojekt. Während der Feierlichkeiten wurde auch eine große Bronzetafel im Gedenken an Leopold Goes enthüllt. Goess - er verstarb im Dezember des Vorjahres - war Besitzer und Hausherr am Ulrichsberg.

Die Gedenkstätte auf dem Ulrichsberg war über Initiative des damaligen Klagenfurter ÖVP-Vizebürgermeisters Blasius Scheucher errichtet und im Jahre 1959 eröffnet worden. Jahrelang hatte es Debatten um das Treffen gegeben, da immer wieder Rechtsradikale und Ex-Nazis teilgenommen hatten. In den vergangenen Jahren hatte es aber keine Zwischenfälle mehr gegeben.
(apa)