Zentrum von Hallstatt vermurt

Nach heftigem Regen trat der Mühlbach über die Ufer - 150 Bewohner betroffen

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  • In Hallstatt ist eine Mure abgegangen.
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    Heftige Regenfälle haben in Hallstatt zu einem Murenabgang geführt.

  • In Hallstatt ist eine Mure abgegangen.
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    150 Bewohner von 30 Häusern sind betroffen.

In Hallstatt sind diesmal rund 150 Bewohner von 30 Häusern in der Gemeinde betroffen. Das zur Hilfe angeforderte Bundesheer war im Anmarsch.

Begonnen habe das Unglück Dienstagabend mit einem heftigen Gewitter, schilderte der Bürgermeister von Hallstatt, Alexander Scheutz (SPÖ), den Hergang. "Es ist über Hallstatt gehangen und hat sich immer wieder gedreht. Der Regen hat nicht auslassen", sagte das Gemeindeoberhaupt. Plötzlich seien Bäche an Stellen herausgekommen, wo dies noch nie der Fall gewesen sei. Mehrere Ortsteile seien davon betroffen.

Schlammlawine in Ortszentrum

Am folgenschwersten sei, dass der Mühlbach verklaust worden sei und sich Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen in das Ortszentrum ergossen. Nicht nur der Marktplatz, sondern ein weiterer und die anliegenden Gebäude seien betroffen, insgesamt etwa 30 Gebäude mit rund 150 Bewohnern. Der Strom rann auch Mittwochvormittag noch durch das Gasthaus "Seewirt". Aus dem Hotel "Grüner Baum" mussten rund 30 Gäste evakuiert werden.

Die freiwillige Feuerwehr Hallstatt war Mittwochvormittag mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Allerdings kann der kleine Ort nur etwa zwei Dutzend Helfer aufbieten. Deshalb kam Unterstützung aus den benachbarten Orten Obertraun und Bad Goisern, insgesamt um die 50 Mann. Zusätzlich waren aus der Umgebung spontan freiwillige Helfer angereist. Scheutz ist dankbar: "Wir können jetzt jede helfende Hand brauchen".

Am Tag nach dem verheerenden Murenabgang in der kleinen Salzkammergut-Gemeinde Hallstatt räumt der ganze Ort auf. Bei drückender Hitze packt jeder mit an - egal ob Jung oder Alt, alles sind auf den Straßen. "Man ist machtlos", kommentiert der 77-jährige Friedrich Janu die Naturgewalt, während er sich eine kurze Pause vom Schaufeln gönnt. "Dass der See übers Ufer steigt, sind wir gewohnt. Mit dem Bach haben wir nicht gerechnet", erklärt Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ).

Eine Million Euro Infrastruktur-Schaden

Allein der Schaden an der Infrastruktur auf rund eine Million Euro. Diese erste Schätzung gab Gemeindereferent LH-Stv. Josef Ackerl (SPÖ), der gestern unabhängig von dem Unglück einen Termin mit Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) hatte, an Ort und Stelle im APA-Gespräch ab. Ackerl habe zugesagt, dass alles, was nicht durch den Katastrophenfonds gedeckt ist, von seinem Ressort übernommen werde, so Scheutz.

Kommentare

und wahrscheinlich wurden die Bäche auch reguliert. Eingriff in die Natur.

Das Wasser gibt und das Wasser nimmt.

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