Großbrand auf Burg Greifenstein in NÖ: Acht
Feuerwehren mit rund 100 Mann im Einsatz

Brandbekämpfung nur mit Atemschutzausrüstung

Ein Brand auf Burg Greifenstein (Bezirk Tulln) bei Klosterneuburg hat großen Sachschaden angerichtet. Offene Flammen waren nicht zu sehen, die Rauchentwicklung in dem und um das - aus dem frühen 11. Jahrhundert stammenden - Gebäude war aber enorm. 100 Feuerwehrleuten gelang es, den Brandherd zu lokalisieren und die Situation zu stabilisieren.

Nach Angaben von NÖ Landesfeuerwehrsprecher Jörg Würzelberger hat der Schwelbrand seinen Ausgang in der Holzvertäfelung im Rittersaal des Restaurants genommen - Ursache könnte ein defektes Kabel gewesen sein. Auch wenn die Einsatzkräfte die Situation rasch in den Griff bekamen, gestaltete sich die Brandbekämpfung aufwendig und langwierig. Zunächst musste von der Donau weg eine 700 Meter lange Schlauchleitung zu der am Abhang des Wienerwaldes gelegenen Burg gelegt werden, in die Räume selbst konnte man nur mit Atemschutzausrüstung vordringen. In der Folge waren die Feuerwehrleute stundenlang damit beschäftigt, auch mit Hilfe von Wärmebildkameras etwaige weitere Glutnester aufzuspüren.

Über die Höhe des entstandenen Sachschadens lagen vorerst noch keine Schätzungen vor. Die Besitzerin der Burg sagte im Mittagsjournal des ORF-Radios Niederösterreich, sie werde die Zerstörungen beseitigen und wolle den Betrieb auf alle Fälle weiterführen.

Burg Greifenstein steht am nördlichsten Punkt der Alpen auf dem "Hanginstein" ("hängender Stein") oberhalb der Donau. Wahrscheinlich gab es dort schon zu den Zeiten der Römer eine Wehr- oder Beobachtungsanlage. Der Gebäudekomplex ist in seinem Kern romanischen Ursprungs. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1135. Sie stammt aus einem Vertrag zwischen dem Markgrafen Leopold III. und dem Bischof von Passau. Den Namen erhielt sie nach dem Dienstmann "Grifo", dem die Burg vom Bistum Passau als Wohnsitz übergeben wurde.

Die Burg wurde mehrfach belagert, erobert und verwüstet, so zum Beispiel 1477 durch Matthias Corvinus. 1803 verkaufte sie das Bistum Passau dem österreichischen Staat. Zwei Jahre später wurde der Gebäudekomplex vom Fürsten Liechtenstein für 2.770 Gulden ersteigert. Heute beherbergt sie ein Museum und ist wegen ihrer Lage ein beliebtes Ausflugsziel. Prunkstück des Burg-Restaurants ist eine Terrasse mit herrlicher Aussicht ins Donautal, im Rittersaal werden "Raubritteressen" geboten (apa)