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Gratis-Zahnspange wird besser angenommen als erwartet

Kosten konnten im Vorjahr noch vom Zahngesundheitsfonds getragen werden

Das Angebot der Gratis-Zahnspange bei schweren Fehlstellungen bei Kindern und Jugendlichen wird deutlich besser angenommen als erwartet. Das hat auch Folgen für die Finanzierung. Geht es nach Sozial- und Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), sollen künftig auch die Krankenversicherungsträger mitzahlen.

2017 wurden für Gratis-Zahnspangen insgesamt 88,2 Millionen Euro aufgewendet, berichtete Hartinger-Klein im jüngsten Budgetausschuss. Die Gratis-Zahnspange wurde im Juli 2015 unter dem damaligen Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) eingeführt. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gibt es seit damals die Möglichkeit, schwere Zahnfehlstellungen korrigieren zu lassen. Stellt der Kieferorthopäde eine schwere Fehlstellung fest, erfolgt die Behandlung ohne Zu- oder Aufzahlung durch die Eltern.

Finanziert wird das Projekt vom Bund über einen bei den Krankenkassen eingerichteten Zahngesundheitsfonds. 80 Millionen Euro pro Jahr werden dafür aus dem Budget des Gesundheitsministeriums zur Verfügung gestellt.

Bis Ende 2017 rechnete der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger mit rund 40.000 Anträgen auf eine Gratis-Zahnspange, tatsächlich dürften es mehr geworden sein. Laut Hartinger-Klein werden jährlich 27.000 Hauptbehandlungen und 8.500 Korrekturen durchgeführt. Die Kosten konnten im Vorjahr noch vom Zahngesundheitsfonds getragen werden. Bei Fortsetzung der aktuellen Entwicklung werden aber auch die Krankenversicherungsträger einen Teil des Aufwands tragen müssen, gab die Ministerin im Budgetausschuss laut Parlamentskorrespondenz zu bedenken.

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