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Glyphosat - Kern tritt für Verbot
auf nationaler sowie EU-Ebene ein

Will VP-Umweltminister im EU-Unterausschuss des Nationalrates an "Nein" für weitere Zulassung binden

Nach dem Eintritt von SPÖ-Chef Christian Kern für ein Totalverbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist das Herbizid inzwischen auch ein Wahlkampfthema geworden. Die SPÖ werde im EU-Unterausschuss des Nationalrates am 3. Oktober versuchen, eine Mehrheit zu finden, um Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) dazu zu verpflichten, auf EU-Ebene gegen die Wiederzulassung zu stimmen.

Ziel sei ein EU-weites Verbot, alternativ eines in Österreich, hieß es am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Bundeskanzlers mit Helmut Burtscher-Schaden, Buchautor ("Die Akte Glyphosat") und Global 2000-Umweltchemiker. Er bat Kern darum, in dieser Sache Allianzen auf EU-Ebene zu suchen. Kern selbst gab sich überzeugt, im Unterausschuss die entsprechende Mehrheit zu finden, nachdem die Grünen dieses Vorgehen im Unterausschuss ja selbst vorgeschlagen haben und auch die FPÖ bereits ihre Zustimmung signalisiert habe. Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, stellte per Aussendung fest, dass sich die SPÖ nach sechs Jahren stetigen Werbens für ein Verbot des Pflanzengiftes "bewegt habe".

Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) erklärte, er habe kein Problem mit einer allfälligen Bindung an ein "Nein" zur Wiederzulassung von Glyphosat auf EU-Ebene durch den EU-Unterausschuss. Die Experten der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) werden dem Vorschlag der EU-Kommission - "wie er derzeit vorliegt" - ohnehin nicht zustimmen, sagte der Minister gegenüber der APA.