Große Empörung von

Gesunde Giraffe in
dänischem Tiergarten getötet

"Schäm dich, Kopenhagener Zoo": Giraffe Marius erschossen und an Löwen verfüttert

Die Tötung eines vollkommen gesunden Giraffenkalbs im Kopenhagener Zoo wegen Inzuchtgefahr sorgt für große Aufregung. Der eineinhalb Jahre alte Marius in der Früh per Bolzenschuss getötet, weil es nicht mehr genügend Platz im Zoo gab. Nach einer Autopsie sollte das Giraffenfleisch an Raubtiere im Zoo verfüttert werden.

Auf seiner Internetseite hatte der Zoo ausführlich dargelegt, dass es zu der Tötung keine Alternative gebe. Der Tierpark gehört zur Europäischen Zoo- und Aquarienvereinigung (EAZA), für die ein strenges Zuchtprogramm für Giraffen gilt. So dürfen sich nur solche Giraffen paaren, die nicht miteinander verwandt sind. Damit soll die genetische Vielfalt der Population erhalten bleiben.

Giraffe Marius im Zoo von Kopenhagen
© KASPER PALSNOV/AFP/Getty Images Zoobesucher konnten die Obduktion mitverfolgen

Kastration grausamer als Tötung?

Marius habe in keinem der etwa 300 EAZA-Zoos Aufnahme gefunden, weil die dortigen Giraffen ähnliches Genmaterial aufwiesen. Eine Kastration wäre demnach grausamer gewesen und hätte "unerwünschte Folgen gehabt". Auch eine Auswilderung in die Natur sei zu riskant gewesen - zumal das von afrikanischen Ländern nicht erwünscht sei, hieß es weiter.

Giraffe Marius im Zoo von Kopenhagen
© KASPER PALSNOV/AFP/Getty Images Giraffe wurde obudziert

Nach der Tötung richtet sich nun ein Sturm der Entrüstung gegen den Direktor des Zoos. Ein Teil des Jungtiers war an die Löwen im Zoo verfüttert worden. Auf Facebook rissen die wütenden Kommentare nicht ab: "Schäm dich, Kopenhagener Zoo", lautete etwa ein Eintrag. "Ihr habt eine unschuldige Baby-Giraffe getötet!"

Giraffe Marius im Zoo von Kopenhagen
© KASPER PALSNOV/AFP/Getty Images Reste an die Löwen verfüttert

"Das ist etwas ganz Natürliches"

In einer Petition im Internet hatten mehr als 27.000 Menschen die Rettung des Tiers gefordert. Am Montag forderten die Organisatoren der Petition die Absetzung von Zoodirektor Bengt Holst. Der hatte die Tötung des Tiers verteidigt. "Das war eine Standardprozedur, die sicherstellt, dass es auch in Zukunft einen gesunden Bestand an Tieren gibt", sagte Holst der Zeitung "Berlingske". Zoobesucher - Kinder und Erwachsene - hatten am Sonntag die Obduktion des Tiers in Kopenhagen verfolgen können. Eine Giraffe zu verfüttern, sei im Grund nichts anderes, als ein Schwein zu keulen, sagte der Direktor des Nürnberger Zoos, Dag Encke, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Die Leidensfähigkeit der beiden Tiere ist identisch", betonte er. "Wir Zoos sind auch da, um den Menschen zu zeigen: Das ist etwas ganz Natürliches, auch eine Giraffe wird gefressen."

Giraffe Marius in Kopnehagen
© KELD NAVNTOFT/AFP/Getty Images Marius vor seiner Tötung

Giraffen-Tötung auch in Wien möglich

Die Tötung und öffentliche Verfütterung des gesunden Giraffenkalbs Marius im Kopenhagener Zoo hat für Proteste gesorgt. Eine solche Vorgehensweise wäre laut Thomas Voracek, Fachtierarzt im Tiergarten Schönbrunn, allerdings auch im Tiergarten Schönbrunn in Wien möglich.

Würde in Schönbrunn ebenfalls ein Giraffenbaby geboren werden, das aufgrund von Inzuchtgefahr nirgendwo Aufnahme fände, könnte es zu einer ähnlichen Vorgehensweise wie in Kopenhagen kommen. Auch die Verfütterung eines Zootieres an andere Zootiere sei erlaubt, betonte Voracek. Er sehe die öffentliche Verfütterung von Marius an Raubtiere im Kopenhagener Zoo daher "emotionslos".

Kommentare

Urlauber2620

Man hätte ja die Giraffe an einen anderen Zoo abgeben können und somit der Innzucht entgegenzuwirken.

wintersun melden

Ja die Giraffe ist ein schönes, edles Tier. Aber was macht diese Giraffe so besonders dass 27 000 Leute unterschreiben? Ist zwar schön wenn die Leute sich für den Erhalt dieses Lebewesens einsetzen aber da kommt einem schon vor dass die Giraffe rein wegen ihres "Niedlichkeitsbonus" verteidigt wurde.
Wahrscheinlich wurden zeitgleich ein paar andere Jungtiere geschlachtet und auch an die Löwen verfuttert. Nur für die interessiert sich eben keine Sau, denn die waren wahrscheinlich nicht niedlich genug!
Und dass das Fleisch an die Löwen verfüttert wurde müsste den selbsternannten Tierschützern eigentlich zusprechen.
Denn dadurch hatte der Tod des Tieres insofern Sinn, dass davon anderes tierisches Leben weiter erhalten wurde.

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Die Meinung kann ich leider gar nicht teilen! Das gesunde junge Tier zu töten, nur weil es keinen Platz im Gehege hatte ist schlichtweg eine Sauerei. Das ist eine Schande und ein Armutszeugnis! Der Mensch maßt sich wirklich überall an, wer und was und wie lange ein Tier leben darf! Jedes Tier hat ein Anrecht auf Leben. Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf menschlichen Schutz vor menschlicher Grausamkeit.Ich teile die Empörung!!!!

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Tja, wenn kein Platz da ist - was wäre die Alternative ? Fänden sich nicht auch dann sogenannte Tierschützer die wütend sind, weil die Tiere unter mangelhaften Platzverhältnissen gehalten werden ?
Löwen müssen fressen und sie fressen Fleisch. Stirbt nicht Kuh oder Giraffe, stirbt der Löwe. Das ist der Lauf der Natur, da kann man auch noch so herumwüten.

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habs bereits schon gepostet, aber nochmals damit du es auch wirklich verstehst.
ich hätte dich für intelligenter gehalten - fataler irrtum meinerseits!

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Wofür du mich hältst interessiert niemanden. Hast du etwas Sachliches zu entgegnen oder hast du außer deiner Wut nichts vorzuweisen ?

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