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Doppelt hart getroffen

Gewalt gegen Frauen: Darum sind Einwanderinnen besonders betroffen

Flüchtlinge in Villach © Bild: APA/GERT EGGENBERGER

Der Schock sitzt tief. In der Silvesternacht sind am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell belästigt und bestohlen worden. Laut Polizei beschrieben die Zeugen die Täter als "nordafrikanisch“ oder "arabisch“. Tatsächlich waren wohl etliche Flüchtlinge unter den Tätern. Die Debatte, die nun entbrannt ist, hat einen positiven Nebeneffekt: Sexuelle Übergriffe auf Frauen werden nicht länger ins Lächerliche gezogen, sondern ernst genommen. Die Diskussion dreht sich freilich fast ausschließlich um deutsche Frauen, am besten blond, hierzulande um Österreicherinnen aus alteingesessenen Familien.

Laut einer Studie der EU-Grundrechte-Agentur aus dem Jahr 2014 hat jede dritte Frau in der EU seit ihrer Jugend körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt - das sind 62 Millionen. Wie die österreichische Kriminalstatistik zeigt, passiert der Großteil dieser Delikte nicht auf offener Straße, sondern in den eigenen vier Wänden. Der Täter ist selten ein Fremder, fast immer der Ehemann, Lebensgefährte oder Vater.

Die vergessenen Opfer

Die Gewaltschutzzentren sind voll. Im Jahr 2014 betreute allein der Verein Wiener Frauenhäuser 681 Frauen und 693 Kinder. 75 Prozent haben Migrationshintergrund. Ähnliche Verhältnisse herrschen in der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie. Die Leiterin des Instituts für Konfliktforschung, Birgitt Haller, warnt aber davor, diesen Zahlen zu viel Gewicht zu geben. "Diese Statistiken sind auch deshalb ungenau, weil die Bezugsgruppen nicht genauer definiert sind.“ Soll heißen: Unter den Migrantinnen können genauso gut Deutsche sein. Dass so viele Migrantinnen in den Frauenhäusern wohnen, habe auch damit zu tun, dass eine österreichische Frau häufig sozial, familiär und finanziell besser unterstützt werde als eine Frau, die fremd im Land ist, keinen Freundeskreis hat und die Sprache nicht gut beherrscht.

Andrea Brem, 52 Jahre alt, ist Sozialarbeiterin und Feministin. Seit 14 Jahren leitet sie den Verein Wiener Frauenhäuser. Eine starke Persönlichkeit. Ein Vorbild für ihre Schützlinge. Zu ihr kommen Frauen, deren Körper übersät sind mit blauen Flecken, Biss-und Kratzwunden. Die geschlagen, getreten und vergewaltigt werden. Die ihre Babys in der Schwangerschaft verlieren und die täglichem Psychoterror ausgesetzt sind. Frauen, die in Todesangst leben.

So wie eine 18-jährige Irakerin, die ein Baby bekommen hat, ohne verheiratet zu sein. Für die religiöse Familie eine Schande, für die junge Frau ein Todesurteil. Sie weiß nicht, wohin sie fliehen kann. Denn die Familie ist in der Community gut vernetzt - auch im Ausland. Oder der Fall einer 38 Jahre alten Russin, die immer damit rechnete, dass ihr Mann sie irgendwann töten würde. Bis er sie im vergangenen August mitten auf der Straße in Wien erschoss. Es sind Fälle, die einen sprachlos machen.

Frauen kennen ihre Recht nicht

"Das Problem sind nicht Migranten“, sagt Andrea Brem: "Wir sprechen hier von einer kleinen Gruppe von Menschen aus anderen Ländern, die unsere Werte und unsere Gesetze missachten. Es ist egal, aus welchem Land sie kommen. Das kann einer spanischen Architektin genauso passieren wie einer deutschen Kellnerin.“ Brem räumt aber ein, dass es Einzelfälle mit migrantischem Hintergrund gibt, die massiv gewalttätig sind. Diese Familien kommen häufig aus Ländern, wo Frauen von ihren Männern geprügelt werden dürfen, ohne dass dies irgendwelche rechtlichen Konsequenzen hätte. Eine Frau ist dort nichts wert. "Diese Frauen wissen oft gar nicht, dass sie in Österreich Rechte haben, dass sie von der Polizei beschützt werden können“, sagt Brem.

Oft seien es nicht nur einzelne Männer, die ihre Frauen unter Druck setzten, sondern die ganze Familie. Brem berichtet von einer tschetschenischen Frau mit drei Kindern. "Die ist zu uns gekommen, nachdem sie psychische, sexuelle und körperliche Gewalt durch ihren Ehemann erlitten hatte. Wir haben ihr zur Scheidung geraten. Aber sie wollte nicht, weil es in Tschetschenien häufig so ist, dass die Frauen dann ihre Kinder verlieren“, erzählt Brem.

Obwohl die österreichischen Gesetze sie schützen könnten, würden diese häufig nicht angewandt. Es zähle nur, was im Heimatland gilt. Im Fall der Tschetschenin ist es gut ausgegangen: Der Familienrat im Herkunftsland entschied, dass sie sich scheiden lassen und die Kinder behalten darf. "Aber so eine Vorgangsweise geht ja völlig an unseren Gesetzen vorbei“, kritisiert Brem.

Apropos österreichische Gesetzeslage: Diese verschärft die brenzlige Lage der Frauen noch einmal. Gattinnen, die ihren nach Österreich geflüchteten Männern im Zuge des sogenannten Familiennachzugs folgen, bekommen kein eigenständiges Aufenthaltsrecht, sondern sind von dem rechtlichen Status ihres Mannes abhängig - und damit von seinem Wohlwollen.

Gleiche Maßstäbe für alle

Andrea Brem und ihre Kolleginnen leisten jeden Tag auch Integrationsarbeit. "Wir haben immer wieder Frauen, die seit zehn Jahren in Österreich leben und nur den Weg vom Billa zum Kindergarten und nach Hause kennen. Die können nicht Deutsch, weil sie die Sprache nicht lernen dürfen“, sagt sie. Die Lösung laute Integration und Wertevermittlung. Deshalb sieht Brem einen positiven Effekt in der Diskussion rund um die Ereignisse von Köln: "Übergriffe werden sichtbar gemacht. Enttabuisierung ist immer gut.“

Frauenrechte müssten für alle Nationalitäten gelten. Sie erlebe häufig, dass Richter bei Verhandlungen unterschiedliche Maßstäbe ansetzten. "Da heißt es: ‚Na ja, die Frau aus Afghanistan kennt es ja nicht anders.‘ So etwas dürfen wir nicht zulassen. Es darf keinen Unterschied machen, ob der Herr Afghane seine Frau schlägt oder der Herr Österreicher.“

Kommentare

neusiedlersee melden

Frauen prügelnde und vergewaltigende Österreicher sollten uns genügen. Wir können sie leider nicht ausweisen. Auch das Verweisen a.d. Wohnung hilft meist nicht.
Daher: Grenzen zu für islam. Gewalttäter, egal aus welchen Gebieten.

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Ich glaube, ich bin da noch ein wenig strenger als Sie. Ich unterteile die Menschheit mittlerweile nicht mehr in Religionen, Hautfarben oder sonstwas. Ich unterteile sie in A..... löcher und Nicht-A......löcher. Und damit ist die gesamte Menschheit ohne jede Ausnahme erfasst.

Helfen könnten nur wesentlich strengere Gesetze und größere Gefängnisse.

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Hab noch was vergessen, was noch mehr helfen würde. Nämlich Ethik- statt Religionsunterricht bereits ab der Volksschule.

Oberon
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Wer die Blattlinie von NEWS kennt, und die ist praktisch wie ein offenes Buch, rechnet damit, dass es zu Artikeln wie "Der Islam verlangt Unterwerfung" eine Kommentar-Sperre gibt.
Zur Sache. Gut, dass die Islamkritikerin, Frau Necla Kelek, diese "unfassbaren" Dinge anspricht, WIR hätten das nicht dürfen. Erklärung: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe!
Mehr möchte....

Oberon
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... ich HIER zum Thema nicht mehr posten, denn jedes Wort und jeder Satz von mir sind praktisch "Perlen vor die Säue geworfen", wenn ich mir diese politisch unkorrekte Bemerkung - noch(?) - erlauben darf.
* An die Red.: Rückgrat hat man, oder man hat es nicht!! Vor WEM buckelt ihr eigentlich? :-((

Schluss mit Blond . Ich als Rot-Grün Wähler bin voll auf der Seite der Flüchtlinge. Jetzt haben die schon so eine beschwerliche Reise hinter sich und dürfen ihr Recht auf grabschen und vergewaltigen nicht durchsetzen ?? Was ist bloß los mit der heutigen Gesellschaft? Seid ihr alle Nazis . Ich bi dafür das alle Blonden Frauen ab jetzt aus Solidarität Kopftücher tragen müssen.. ::

"Die Frauen sind selber schuld", meint ein Imam aus Köln. "Sie waren halbnackt und trugen Parfum". Was müssen wir uns noch alles bieten lassen? - Weiterhin schweigen dazu sämtliche FrauenrechtlerInnen im Land!!!

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