Geschirrspüler von

Spülen ohne Wasser

Innovativ: Neues Gerät soll ganz ohne Wasser und Spülmittel auskommen.

Geschirrspüler, der ohne Wasser funktioniert © Bild: Gökçe Altun

Geschirr spülen ohne Wasser? Klingt unmöglich, soll aber funktionieren. Eine Gruppe türkischer Designer hat ein Konzept für ein Gerät vorgestellt, das auf Basis von Kohlendioxid genannt - im Volksmund Kohlensäure - arbeitet. Wasser braucht der Geschirrspüler keines. Extra-Platz übrigens auch nicht, weil das Gerät gleich in den Geschirrschrank integriert werden soll.

Das schmutzige Geschirr wird mit überkritischem Kohlendioxid gespült. Wasser und Spülmittel sind so obsolet. Auch der Stromverbrauch soll sich in Grenzen halten. Zudem soll der neuartige Geschirrspüler direkt in die Geschirrkästen integriert werden. Schmutzige Gläser und Teller werden in die Schränke gestellt und können nach dem Reinigungsvorgang direkt verwendet werden, da ja keine Restfeuchtigkeit vorhanden ist.

Kohlendioxid statt Wasser und Spülmittel

In überkritischem Zustand hat Kohlendioxid zwar die Dichte einer Flüssigkeit, behält aber die Viskosität eines Gases. So verteilt es sich überall im Spülraum und reinigt das Geschirr. Feste Partikel werden dabei mitgerissen und landen am Ende des Spülgangs, wenn das Kohlendioxid wieder in seine gasförmige Phase überführt wird, in einem Filter, der bei Bedarf entnommen und gereinigt werden kann. Um das CO2 in den superkritischen Zustand zu versetzen, muss die Temperatur über 30,98 Grad Celsius betragen und der Druck im Geschirrspüler größer als 73,75 Bar sein.

Hohe Umweltfreundlichkeit

Das stellt besondere Anforderungen an die Konstruktion, die Druckfestigkeit und Dichtheit des Innenraums betreffend. Durch Variieren des Verhältnisses aus Druck und Temperatur können die Eigenschaften von Kohlendioxid als Lösungsmittel eingestellt werden. Nach Absaugen des CO2 öffnet sich der Druckverschluss des Geschirrspülers und das saubere Geschirr kann entnommen werden. Das Kohlendioxid ist wiederverwendbar, was die Umweltverträglichkeit des Geräts erhöht.

Praxistauglich?

Das von Gökçe Altun und seinem Team entwickelte Konzept firmiert unter dem Namen "dualWash bipartite dischwasher". Konkrete Pläne für eine Umsetzung gibt es derzeit noch nicht. Dazu müssen die Erfinder erst die großen Hersteller überzeugen. Bis dahin bleibt wohl auch noch offen, ob sich die Technologie überhaupt für die Praxis oder gar den Massenmarkt eignet.

"Ohne Wasser geht es nicht"

"Vor vielen Jahren kamen erstmals Ideen für wasserlose Waschmaschinen und Geschirrspüler auf. Leider haben sie nicht so funktioniert wie gedacht, obwohl die Entwicklungsabteilungen intensiv daran gearbeitet haben. Die Verwendung von Ultraschall, die diesen Konzepten zugrunde lag, hat sich als nicht realistisch herausgestellt. Wir haben den Wasserverbrauch bereits minimiert und können das vielleicht sogar noch verbessern, aber ohne Wasser wird es nicht gehen", prognostiziert Reinhild Portmann von Miele.

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