Gefahr Suchtgedächtnis: 85 Prozent der Alkoholabhängigen werden wieder rückfällig

Bilder und Gerüche von Getränken als Auslöser?

Gefahr Suchtgedächtnis: 85 Prozent der Alkoholabhängigen werden wieder rückfällig

Rund 85 Prozent aller entgifteten Alkoholabhängigen werden rückfällig. Der Grund liegt laut Fachzeitschrift "Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie" im so genannten Suchtgedächtnis. Bildgebende Studien hätten weiters gezeigt, dass Bilder und Gerüche alkoholischer Getränke zu einer verstärkten Aktivierung von Regionen des Aufmerksamkeitssystems und anderen Arealen geführt hätten.

Das Ausmaß dieser Aktivierungen sage voraus, ob ein Patient im nachfolgenden Untersuchungszeitraum rückfällig werde. Für das Rückfallgeschehen sei also nicht so sehr das bewusst erlebte Verlangen nach Alkohol ausschlaggebend, sondern eine automatisierte Handlungskette.

Andere Forschungen ergaben, dass es bei Trinkern zu einem Schwund des Stirnhirns kommt, das für die verschiedensten intelligenten Leistungen des Menschen zuständig ist. Wenn diese Hirnregion nicht gut funktioniere, könne es auch nicht zu einer willentlichen Handlungskontrolle kommen, schreiben Wissenschafter auch in der Zeitschrift "Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie". Im Lauf der Abstinenz gleiche sich dieser Hirnschwund allerdings innerhalb von zwei bis drei Monaten wieder aus. (apa)