Ganz Niederlande völlig unter Schock:
Blutige Amokfahrt bei königlicher Parade

30. April: Auto raste mitten in Menschenmenge Fünf Menschen kamen bei Bluttat ums Leben

Ganz Niederlande völlig unter Schock:
Blutige Amokfahrt bei königlicher Parade © Bild: APA/EPA/Utrecht

Die Niederlande im Schockzustand: Ein Amokfahrer hat mit dem Auto einen Anschlag auf Königin Beatrix und ihre Familie versucht und dabei ein Blutbad angerichtet. Fünf Menschen wurden getötet, 12 verletzt. Der mutmaßliche Attentäters wurde schwer verletzt festgenommen. Der Anschlag war geplant, wie der 38-jährige Holländer unmittelbar nach der Bluttat sagte. Die königliche Familie sei sein eigentliches Ziel gewesen.

Am Königinnentag - dem Nationalfeiertag des Landes - durchbrach der 38-Jährige in der Stadt Apeldoorn mehrere Absperrungen und raste durch eine Zuschauermenge auf den Festbus mit der Monarchin zu. Er verfehlte den Festbus jedoch um mehrere Meter und prallte gegen ein Denkmal. Er wurde selbst schwer verletzt und in einem Krankenhaus operiert. Sein Zustand sei kritisch, teilte die Polizei mit.

Totschlag oder Mord
Der Mann wird laut Staatsanwaltschaft wegen der getöteten Zuschauer des mehrfachen Totschlags oder sogar Mordes angeklagt werden. Für die noch laufenden Ermittlungen wurden 250 Polizisten eingesetzt.

Verzweiflungsakt
Möglicherweise handelte es sich auch um die Tat eines Verzweifelten. Der Halter des Kleinwagens habe seinen Job verloren und sei nicht mehr in der Lage gewesen, seine Miete zu bezahlen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Es sei aber noch unklar, ob Fahrzeughalter und Lenker identisch seien.

Live übertragen
Das dramatische Geschehen während des traditionellen Umzugs der Königsfamilie wurde weitgehend live vom Fernsehen übertragen. Königin Beatrix wandte sich später in einer Fernsehansprache an die Nation. Sie sei zutiefst geschockt und traurig über das Geschehene, erklärte die Monarchin. Sie sprach allen Verletzten sowie den Angehörigen der Getöteten ihr tief empfundenes Beileid aus. Zugleich sagte sie alle offiziellen Feiern zum Königinnentag ab. Auch Ministerpräsident Balkenende äußerte Bestürzung.

(apa/red)