GAK gibt auf: Stadtrivale Sturm fordert von der Bundesliga weiter zehn Punkte zurück!

Rinner: "Glaube, wir haben sehr, sehr gute Chancen" Admira hält Forderungen von 3,681 Mio. € aufrecht

Der insolvente GAK hat erklärt, den Abzug von insgesamt 28 Punkten zu akzeptieren, um in der Red Zac Erste Liga einen Neustart zu versuchen. Der Stadtrivale Sturm Graz, der so wie der GAK zehn Punkte als Folge der Insolvenzen annulliert bekommen hatte, hält seinen Antrag beim Protestkomitee der Bundesliga dagegen aufrecht. Zweitligist Admira Wacker Mödling erklärte ebenfalls, seine bedingten Forderungen in Höhe von 3,681 Mio. Euro gegen den GAK weiter geltend zu machen.

Dem SK Sturm, der am 25. Jänner seinen Zwangsausgleich durchgebracht hat, waren am 26. März vom Senat 5 der Bundesliga zehn Punkte abgezogen worden. Die Grazer legten allerdings Protest ein, der am Montag in zweiter Instanz behandelt wird. Klub-Präsident Hans Rinner gab sich zuversichtlich, dass Sturm die Punkte wieder bekommt.

"Die Entscheidung basiert nicht wirklich auf einer guten Rechtsgrundlage. Ich gehe daher davon aus, dass wir die 10 Punkte zurück erhalten. Ich glaube, wir haben sehr, sehr gute Chancen. Sonst müsste ich mir ernsthaft überlegen, wie ich mit der Bundesliga weiter umgehe", erklärte Rinner. Dass die Punkte nach dem angekündigten Verzicht des GAK auf die 28 Punkte und den Verbleib in der T-Mobile Bundesliga im Kampf um den Klassenerhalt ohnehin an Bedeutung verloren haben, ändert daran nichts. "Auch wenn es keine wirklichen Auswirkungen mehr hat, kann es nicht sein, dass Willkürakte vorgenommen werden", so Rinner.

"Einzig vernünftige Lösung für den GAK"
Die neue Situation nach der GAK-Entscheidung kommt für den Sturm-Präsidenten nicht überraschend. "Ich habe mir das so ähnlich vorgestellt. Das ist die einzig vernünftige Lösung für den GAK. Die Einstweilige Verfügung (Anm.: gegen den Punkteabzug) war ein Pyrrhus-Sieg, der dem GAK geschadet hat. Es wäre vernünftiger gewesen, man hätte statutenkonform beim Protestkomitee beeinsprucht", meinte Rinner.

Dass die Meisterschaft nach dem voraussichtlichen Rückzug des GAK und der überlegenen Tabellenführung von Red Bull Salzburg nun ohne Abstiegskampf und ohne Titelkampf in die Endphase geht, will man mit guten Leistungen kontern. "Alles, was im österreichischen Fußball passiert ist, war schlecht. Alles, was rund um den GAK passiert ist, war doppelt schlecht. Ich hoffe, dass jetzt Vernunft einkehrt, wir müssen mit Leistungen überzeugen. Auch wenn bekannt ist, dass es nicht mehr besonders spannend ist. Aber die Abstiegsfrage war zu dieser Zeit schon oft entschieden", sagte Rinner.

Dass sich für seinen Klub mit den zehn Punkten wieder eine Perspektive Richtung Europacup auftun würde, sieht der Vereinsboss gelassen: "Wenn's passiert, passiert's. Der UEFA-Cup ist nicht unser Ziel. Unser Ziel ist, von Spiel zu spiel bestmögliche Leistung zu bringen."

Unbedingte Forderung der Admira
Unabhängig von der GAK-Entscheidung hält die Admira an der Forderung von 3.681 Mio. Euro gegen den GAK fest. Das bestätigte Marketing-Chef Alexander Friedl. Im Falle der Niederösterreicher handelt es sich - im Gegensatz zu den Forderungen von ÖFB und T-Mobile-Klubs - um eine unbedingte Forderung, die nichts mit dem "Fall Kimoni" zu tun hat. Durch diesen drohen dem ÖFB und den Europacup-Aspiranten Konsequenzen vom Weltverband FIFA.

Die Admira begründet die Forderung auf mögliche Verfehlungen bei der Lizenzvergabe. Nach Ansicht der Niederösterreicher müsste man in der laufenden Saison nach wie vor in der obersten Spielklasse stehen, da die GAK-Lizenz für die Meisterschaft 2006/07 nur auf Grund "unrichtig dokumentierter wesentlicher Finanzunterlagen" erreicht wurde.

(apa/red)