Franz Antel: Regie-Altmeister im Altersheim

Franz Antel: Regie-Altmeister im Altersheim

Der große alte Mann des österreichischen Films lebt nach einem Sturz im Pflegeheim – ein Schicksal, vor dem er immer Angst hatte.

In den Augen des alten Herrn ist eine Sehnsucht, die dem Besucher ins Herz schneidet. Abgezehrt ist er, Haut und Knochen, und diese Augen, die das Lachen nicht mehr kennen. Das ist Franz Antel, ein Herr, ein Bonvivant, der sein Leben lang gewohnt war, das Schicksal mit dem Schmäh zu packen. Vor drei Monaten noch hat er uns im Interview gesagt, dass ihm nichts Schlimmeres vorstellbar wäre, als in einem „Heim mit lauter alten Weibern“ zu enden. Jetzt besuchen wir ihn im „Haus an der Türkenschanze“. Einem Pflegeheim an der Wiener Peripherie.

Pflegefall. Vor zehn Wochen ist dem Dreiundneunzigjährigen das Schlimmste widerfahren: Er wurde zum Pflegefall, als er aus dem Auto stürzte und sich eine schwere Kopfverletzung zuzog. „Weißt, im Kopf bin ich ja voll da, aber ich kann halt net gehen.“ Die Stimme zittert. Dreißig Minuten steht er uns Rede und Antwort, und wir sind ja auch die Verbindung zur Welt, die immer die seine war und in der man dem Publikum nichts vorenthält – weder die guten noch die schlechten Zeiten.

Voll Sehnsucht spricht er über sein altes Zuhause draußen in Döbling. Doch die Besitzerin, Birgit Sarata, hat schon einen Nachmieter gefunden. Antel erzählt über die zahllosen Partys und dass fast immer Besuch da war. Ein ewiges „Open House“, sagt er, und seine Augen schimmern feucht. Sein neues Zuhause ist ein sieben Quadratmeter großes Zimmer mit Blick auf den Türkenschanzpark. Auszeichnungen, Medaillen und Fotos auf den Regalen beschwören etwas vom alten Glanz. „Jetzt zeigt sich halt, wer meine richtigen Freunde sind“, sagt er, und wie liebevoll Sibylla, die Ehefrau, mit ihm umgeht. Täglich besucht sie ihn, füttert ihn und spricht ihm Mut zu, obwohl sie schon seit vier Jahren getrennt sind. „Ein Engel ist sie.“

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