Frachtschiff bei Dänemark gekentert: Suche
bislang erfolglos. Wahrscheinlich acht Tote

3 junge Männer überlebten tragisches Schiffsunglück Gründe für das Unglück bis jetzt noch ungeklärt

Frachtschiff bei Dänemark gekentert: Suche
bislang erfolglos. Wahrscheinlich acht Tote

Die letzte Hoffnung auf Überlebende von dem im Fehmarnbelt mit elf türkischen Besatzungsmitgliedern gekenterten Frachter "Omer N" hat sich zerschlagen. Damit kamen bei dem Unglück wahrscheinlich acht Seeleute ums Leben. Nachdem dänische und deutsche Tauchspezialisten in dem vor der Insel Lolland seitlich auf Grund liegenden Schiff weder Klopflaute hörten noch jemanden finden konnten, stellte der Rettungsdienst die Suche nach sechs vermissten Männern und einer Frau im Inneren des Frachters ein.

Ein Mitglied der Besatzung des in der Slowakei registrierten "Omer N" war bei der Bergung am Vortag bereits tot.

Überlebende
Drei junge Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren überlebten, weil die Besatzung eines in Sichtweite fahrenden russischen Frachters sie nach dem Kentern schnell aus dem Fehmarnbelt zwischen dem dänischen Lolland und der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn holen konnte. Sie gaben später an, dass die Mehrzahl der Vermissten wahrscheinlich in ihren Kabinen eingeschlossen war, als das 73 Meter lange Schiff bei relativ gutem Wetter kenterte.

Suchaktion abgebrochen
Zuvor musste die Suche nach den sieben Vermissten wegen aufkommenden Sturms mit hohem Wellengang unterbrochen werden. Danach galt es immer noch als zumindest theoretisch möglich, dass Besatzungsmitglieder mit Sauerstoff in Luftlöchern im Innern des Schiffs am Leben sein könnten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen beteiligten sich mehr als ein Dutzend deutscher und dänischer Taucher an der erneuerten Suchaktion.

Unfall-Ursache
Die Ursache für das plötzliche Kentern des vor 23 Jahren gebauten Schiffes galt auch am Tag nach dem Unglück als völlig ungeklärt. Die Überlebenden schlossen gegenüber den dänischen Behörden eine Verschiebung der Last als Unglücksursache aus. Das Schiff war 1984 auf der dänischen Nordseewerft in Ringkobing vom Stapel gelaufen und wird von einer Reederei in der türkischen Stadt Istanbul betrieben. Nach deutschen Behördenangaben gab es durch das Unglück keinen Austritt von Öl oder anderen Schadstoffen in den Fehmarnbelt. (apa/red)